„Zeugin“ angeklagt

Falsches Alibi: „In meinem Land macht man das so“

Tirol
01.04.2026 08:01

Für Drogenhandel und einen Brutalo-Angriff in Tirol wurde ein 50-Jähriger bereits verurteilt und er sitzt im Gefängnis. Der Vorfall hatte nun ein weiteres Nachspiel: Eine Frau hatte dem Gewalttäter durch eine Falschaussage zunächst ein falsches Alibi verschafft, nun stand sie ebenfalls vor Gericht.

Der 50-Jährige ist bereits in Haft – nach einer Tat mit schockierender Brutalität. Mit weiteren Tätern hat er – neben dem kiloweisen Handel mit Kokain – seinem Opfer mit einem Hammer einen wuchtigen Schlag gegen den Hinterkopf versetzt sowie dem am Boden Liegenden Schläge mit einer Bierflasche und weitere Tritte verpasst. Die Folgen: eine Mittelgesichtsfraktur und multiple Schnitt- und Rissquetschverletzungen.

Gespräch, das wohl nie stattfand
Nun das Nachspiel am Landesgericht: Vor Richter Michael Böhler saß nämlich eine aus Puerto Rico stammende Frau, die für den Angeklagten laut Staatsanwaltschaft falsch ausgesagt hatte. Die Kellnerin gab an, in einem Lokal länger mit dem Schläger gesprochen und ihm damit wohl ein falsches Alibi verschafft zu haben.

Mit „Hilfe“ für den Schläger erklärt
„In meinem Land macht man das so“, gab sie vor dem sichtlich verblüfften Richter Michael Böhler zu Protokoll. Damit meinte sie, dass man „sich einfach helfe“, wenn jemand frage. Gefragt worden sei sie „vom Neffen des Verurteilten“. Es sei eine riesige Dummheit gewesen, bekannte sich die Frau beim Prozess schuldig.

Zitat Icon

Sie haben sich halt zu dieser Aussage hinreißen lassen.

Richter Michael Böhler

Verteidiger: „Eine Dumme für Falschaussage gesucht“
Kurioses Detail: Die Angeklagte betonte mehrfach, weder den Neffen noch den verurteilten Onkel persönlich zu kennen, wisse nicht einmal die Namen. „Die beiden Männer haben offenbar eine Dumme für eine Falschaussage gesucht“, sagte der Verteidiger der Frau dazu. Richter Böhler sprach die Frau letztlich im Anklagepunkt der falschen Beweisaussage schuldig. Sie muss nun – nicht rechtskräftig – 3000 Euro Geldstrafe berappen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

Tirol

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung