Für Drogenhandel und einen Brutalo-Angriff in Tirol wurde ein 50-Jähriger bereits verurteilt und er sitzt im Gefängnis. Der Vorfall hatte nun ein weiteres Nachspiel: Eine Frau hatte dem Gewalttäter durch eine Falschaussage zunächst ein falsches Alibi verschafft, nun stand sie ebenfalls vor Gericht.
Der 50-Jährige ist bereits in Haft – nach einer Tat mit schockierender Brutalität. Mit weiteren Tätern hat er – neben dem kiloweisen Handel mit Kokain – seinem Opfer mit einem Hammer einen wuchtigen Schlag gegen den Hinterkopf versetzt sowie dem am Boden Liegenden Schläge mit einer Bierflasche und weitere Tritte verpasst. Die Folgen: eine Mittelgesichtsfraktur und multiple Schnitt- und Rissquetschverletzungen.
Gespräch, das wohl nie stattfand
Nun das Nachspiel am Landesgericht: Vor Richter Michael Böhler saß nämlich eine aus Puerto Rico stammende Frau, die für den Angeklagten laut Staatsanwaltschaft falsch ausgesagt hatte. Die Kellnerin gab an, in einem Lokal länger mit dem Schläger gesprochen und ihm damit wohl ein falsches Alibi verschafft zu haben.
Mit „Hilfe“ für den Schläger erklärt
„In meinem Land macht man das so“, gab sie vor dem sichtlich verblüfften Richter Michael Böhler zu Protokoll. Damit meinte sie, dass man „sich einfach helfe“, wenn jemand frage. Gefragt worden sei sie „vom Neffen des Verurteilten“. Es sei eine riesige Dummheit gewesen, bekannte sich die Frau beim Prozess schuldig.
Sie haben sich halt zu dieser Aussage hinreißen lassen.

Richter Michael Böhler
Bild: Christof Birbaumer
Verteidiger: „Eine Dumme für Falschaussage gesucht“
Kurioses Detail: Die Angeklagte betonte mehrfach, weder den Neffen noch den verurteilten Onkel persönlich zu kennen, wisse nicht einmal die Namen. „Die beiden Männer haben offenbar eine Dumme für eine Falschaussage gesucht“, sagte der Verteidiger der Frau dazu. Richter Böhler sprach die Frau letztlich im Anklagepunkt der falschen Beweisaussage schuldig. Sie muss nun – nicht rechtskräftig – 3000 Euro Geldstrafe berappen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.