„Krone“-Kommentar

Stockers Inflationsziel rückt in weite Ferne

Kolumnen
01.04.2026 17:22

Ja, schön wär’s gewesen. Im Jänner, da war die Welt in Österreich noch in Ordnung – zumindest auf dem Papier. Denn da lag die Teuerung exakt bei zwei Prozent, genau im Visier der Europäischen Zentralbank (EZB), genau das, was sich Bundeskanzler Christian Stocker für das gesamte Jahr 2026 fest vorgenommen hatte. Da schien die Krise überwunden, die Wende endlich geschafft.

Doch nichts da!

Vergil Siegl kommentiert die aktuelle Wirtschaftslage.
Vergil Siegl kommentiert die aktuelle Wirtschaftslage.(Bild: Imre Antal)

Jetzt, nur zwei Monate später, ist die hehre Zielmarke Makulatur. Der Iran-Krieg hat sie hinweggefegt. 3,1 Prozent Inflation im März – ein Sprung um fast einen ganzen Prozentpunkt gegenüber Februar (2,2 Prozent). Schuld sind die explodierten Ölpreise, der Diesel um 70 Cent teurer seit Ende Februar, Benzin um 40 Cent. Ein Schock, der direkt an der Zapfsäule wirkt, und von dort überall hin: in die Betriebe, auf die Preisschilder, in die Haushaltskassen. Die seit 1. April geltende Spritpreisbremse ist da nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Nun warten alle auf die neuen Prognosen von WIFO und IHS am Freitag nächster Woche. Spannend wird’s, heißt es. Spannend? Für die Menschen, die jetzt wieder jeden Cent zweimal umdrehen müssen, ist das nicht spannend. Das ist der verlängerte Schock.

Das WIFO wird voraussichtlich von einer Teuerung in der Größenordnung von „etwas unter drei Prozent“ ausgehen. Doch auch nur dann, wenn der Krieg bald endet und sich die Ölpreise nachhaltig beruhigen. Ein großes Wenn.

Die Wahrheit ist: Die Krise in Österreich verlängert sich. Das Inflationsziel rückt wohl in weite Ferne. Aus dem kurzen Schrecken, dass es schon wieder Krieg gibt, wird eine neue Belastungsprobe.

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