„Krone“-Kommentar

Die hausgemachte Energiekrise

Kolumnen
28.03.2026 06:00

Der Krieg im Iran hat die Preise von Öl und Gas schon wieder durch die Decke gehen lassen. Knappheit droht, Experten fordern gar schon Fahrverbote auf Österreichs Straßen, um Öl zu sparen. In der Folge wird wohl auch Strom bald teurer.

Pech, für das wir nichts können? Für den Krieg nicht, aber dass bei uns sofort der Hut brennt, ist leider zu einem Gutteil hausgemacht. Jede Krise deckt gleich auf, dass unsere Energieversorgung schon im Normalbetrieb am Limit läuft, weil es weiterhin eher ein Flickenteppich als ein gut durchdachtes System ist. Insbesondere beim Strom kamen wir nur deshalb durch den Winter, weil Österreich gewaltig viel importiert hat – an einem Extremtag gar 54,9 % unseres gesamten Bedarfs. Grund: Weil es wochenlang diesig und windarm war, deckten PV-Anlagen von Oktober bis Ende Jänner bloß 3 % des Verbrauchs, Windräder weitere 14 %. Wasserkraft gab es auch weniger.

Also mehr Import, doch leider sind die Starkstromleitungen dafür nicht ausreichend. Billigstrom aus Deutschland etwa ist dadurch limitiert, wir zahlen so rund 600 Millionen Euro mehr als nötig, meinte kürzlich der Verbund. Weiters mussten die heimischen Gaskraftwerke verstärkt einspringen. Ohne diese wird es auch für die nächsten zehn Jahre nicht gehen, warnt der E-Netzbetreiber APG. Doch die Meiler sind alt und gehörten erneuert. Die Großinvestition in diese Notreserve rechnet sich allerdings für die E-Werke nicht, es gibt zu wenige Einsatztage im Jahr. Es passt also einiges hinten und vorne nicht zusammen – ganz ohne Krieg.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt