Seit mehr als 20 Jahren sind Alec und Sascha als The BossHoss ein eingespieltes Team – als Freunde und auf der Bühne. Zum Jubiläum gibt es ihr zehntes Album „Back to the Boots“ – und eine Tour mit Wien-Stopp am 7. September folgt. Im „Krone“-Talk sprechen sie über ihre langjährige Karriere, Freundschaften – und Arnold Schwarzenegger …
Ein Cowboy zieht den Hut – aber nur, wenn es etwas zu feiern gibt. Und bei den Kultrockern The BossHoss gibt es aktuell viele Gründe dafür: Seit mehr als 20 Jahren stehen Alec „Boss Burns“ und Sascha „Hoss Power“ gemeinsam auf der Bühne. Mit Hits wie „Don't Gimme That“ oder ihrer markanten Version von „Jolene“ haben sie sich ihren festen Platz zwischen Country und Rock erspielt. Im unterhaltsamen Telefon-Interview mit Alec sprechen wir über ihre Karriere-Highlights und den bevorstehenden Wien-Auftritt.
„Krone“: 20-jähriges Bandjubiläum – was ist das Geheimnis eures Erfolgs?
BossHoss: Gute Frage, gar nicht so leicht zu beantworten. Ich glaube, wir haben eine eigene Stilistik gefunden, die es so nicht gibt. Country ist ja generell nicht so stark vertreten, und wir haben unseren ganz eigenen Mix daraus gemacht – Country, Rock und viele andere Zutaten. Der BossHoss-Sound ist damit einfach unverkennbar. Dazu kommt: Wir sind eine extrem gute Liveband. Unser Herz schlägt für die Bühne.
Wer uns live gesehen hat, weiß, was wir meinen – selbst wenn man vorher nicht genau weiß, wo man uns einordnen soll, danach ist man meistens überzeugt. Und vielleicht noch das Wichtigste: Wir sind einfach echt. Nahbar und authentisch.
Was hat euch als Band all die Jahre zusammengehalten?
Ganz klar, Freundschaft. Sascha und ich kennen uns seit mehr als 26 Jahren und waren von Anfang an beste Freunde. Die Band ist nur daraus entstanden. Wir teilen dieselbe Leidenschaft für Musik – und dadurch ist die Band auch fast wie unser gemeinsames „Kind“.
Nach so vielen Jahren – Gab es einen Moment, in dem ihr gemerkt habt: Das ist mehr als nur ein Spaßprojekt?
Ja, ziemlich früh. Am Anfang war das ja wirklich eher eine Schnapsidee (lacht). Wir haben einfach Songs gemacht, Covers ausprobiert, CDs gebrannt und an Freunde verteilt.
Und plötzlich lief unsere Musik in Bars, Leute haben uns darauf angesprochen. Da haben wir gemerkt: Okay, hier passiert gerade etwas Krasses. Spätestens mit dem ersten Album „Internashville Urban Hymns“ und den ersten erfolgreichen Shows war klar: Da geht was.
Habt ihr eigentlich auch schon mal ans Aufhören gedacht?
Nein, niemals. Die Zeit ist total schnell vergangen, und die Leidenschaft ist immer noch da. Wir stehen morgens auf und überlegen, was wir als Nächstes machen können – das hält den Motor am Laufen. Und wenn du dann wieder auf der Bühne stehst, willst du sowieso gar nicht, dass das irgendwann aufhört.
Wie sieht es mit Streitereien unter euch aus? Streitet ihr heute anders als anfangs?
Wir streiten eigentlich kaum noch. Und ehrlich gesagt: auch früher nie richtig heftig. Wir kennen uns so gut, dass wir merken, wann man mal einen Schritt zurückgehen muss. Klar, Meinungsverschiedenheiten gibt’s – das gehört dazu. Aber wir haben eine gute Art gefunden, damit umzugehen.
Was würdet ihr denn eurem 2005-Ich sagen?
Bleib dran. Es wird der Wahnsinn (lacht).
Euer aktuelles Album „Back to the Boots“ – was bedeutet der Titel konkret für euch?
Das ist ein Wortspiel: Back to the roots, back to the boots. Zurück zu den Wurzeln also. Zum zehnten Album nach 20 Jahren wollten wir uns bewusst auf unsere DNA konzentrieren – sprich purer Country-Rock, so wie alles angefangen hat. Ohne Schnörkel. Genau das, was uns und die Fans damals begeistert hat. Und das Feedback zeigt: Das war die richtige Entscheidung.
Gibt es einen Song, der eure aktuelle Phase besonders gut einfängt?
Schwer zu sagen – wie bei Kindern hat man halt alle gern.
Aber „I’ll Be Back“ ist natürlich besonders, weil Arnold Schwarzenegger dabei ist. Das ist so ein Moment, wo man sich denkt: Das hätten wir uns früher nie vorstellen können. Und dann gibt’s auch natürlich Songs wie „Back to the Boots“ selbst oder unsere Version von „On the Road Again“ – die bringen genau auf den Punkt, worum es uns geht: mit Freunden unterwegs sein und einfach Musik machen.
Wie kam es eigentlich zur Zusammenarbeit mit Arnold Schwarzenegger?
Wir haben uns vor ein paar Jahren in Kitzbühel kennengelernt, beim Stanglwirt, bei seiner Climate-Charity-Gala. Da macht er jedes Jahr mit seiner Initiative einen Galaabend. Da wurden wir angefragt, ob wir spielen wollen – und wir haben natürlich sofort zugesagt. Anfangs war das nur ein kurzes Händeschütteln und ein Dankeschön. Dann wurden wir immer wieder eingeladen, haben öfter gespielt und uns dadurch einfach besser kennengelernt. Als er uns dann mal in Berlin besucht hat, haben wir ihn einfach gefragt, ob er sich vorstellen kann, bei einem BossHoss-Track mitzumachen. Er meinte: „Kommt auf den Song an.“ Wir haben ihm was geschickt – und er war dabei und hat sogar beim Video mitgemacht. Es gab so viele verrückte Momente: Da bist du plötzlich bei ihm in L.A., spielst ein Set – und in der ersten Reihe sitzen Danny DeVito und andere Hollywood-Leute. Das war alles total surreal (lacht).
Ihr wart ja heuer im Februar beim Opernball in Wien – wie war denn diese Erfahrung für euch?
Mega. Am Anfang dachten wir: Passt das überhaupt zu uns? Aber genau dieser Kontrast war sehr spannend. Dann stehst du da im Frack, in dieser beeindruckenden Oper – das ist schon eine andere Welt. Wir waren den ganzen Abend begeistert und sind aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen.
Würdet ihr wieder hingehen?
Auf jeden Fall. Wir haben uns total wohlgefühlt – auch im Frack übrigens (lacht). Und Wien an sich ist sowieso immer besonders für uns. Wir lieben diese historische Stadt.
Eure Tour: The BossHoss „Back To The Boots“ bringt euch im September auch wieder nach Wien. Worauf dürfen sich denn die Fans freuen?
Auf eine Vollgas-Show. Wir feiern 20 Jahre Bandgeschichte – mit neuen Songs, aber natürlich auch allen Hits. Über zwei Stunden, zehn Leute auf der Bühne und mit Pyro – das wird eine richtige BossHoss-Party. Unser Herz liegt einfach auf der Bühne.
Habt ihr denn ein Ritual vor Konzerten?
Ja, seit über 20 Jahren. Immer derselbe Song als Intro, dann stehen wir alle zusammen, trinken einen Schnaps, nehmen uns in den Arm – und dann geht’s auf die Bühne.
Hand aufs Herz: nach so vielen Jahren – seid ihr noch nervös?
Ja, total. Aber anders als früher. Früher war es richtiges Lampenfieber, heute ist es eher positive Aufregung. Der erste Song ist entscheidend, der zweite zum Reinzukommen – und ab dem Dritten ist alles gut und man genießt es (lacht).
Letzte Frage: Was wollt ihr denn mit The BossHoss noch erreichen?
Wir sagen immer: Wir haben jetzt Halbzeit.
Unser größter Wunsch ist eigentlich, dass wir genau das, was wir haben, noch lange weitermachen dürfen. Dass die Leute weiterkommen, dass wir weiter Spaß haben. Alles andere ist ein Bonus.
Am 7. September machen The BossHoss Halt in der Wiener Arena (Tickets unter www.oeticket.com). Zwischen Country, Rock und ausgelassener Party-Stimmung ist ein energiegeladener Abend vorprogrammiert.
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