Wo Mediziner starten

Der harte Kampf um Landärzte in kleinen Gemeinden

Salzburg
31.03.2026 05:00

Gerade in kleinen Gemeinden sind Mediziner oft Mangelware, und Patienten müssen neben langer Wartezeiten auf Termine auch noch weite Wege auf sich nehmen. Wo Gemeinden aufatmen, wo ein Mediziner in die Nachbarschaft absiedeln muss. 

Als er von der bevorstehenden Pensionierung des langjährigen Zahnarztes hörte, schrillten beim Ramingsteiner Bürgermeister erst einmal die Alarmglocken: „Wir haben schon einen Leerstand und eine Lücke in der Versorgung befürchtet“, schildert Leonhard Kocher. Doch es ging für die 1000-Einwohner-Gemeinde gut aus: Mit Valerie Kasparek (29) startet eine junge Kollegin nahtlos durch. Der Mietvertrag beschäftigt am Donnerstag noch die Gemeindevertretung.

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Wir sind sehr froh, dass der Betrieb in unserer Zahnarztordination nahtlos weitergeht. Es ist ein großer Mehrwert für die Infrastruktur.

Leonhard Kocher, Ortschef in Ramingstein

„Ich freue mich sehr, dass ich ein Lebenswerk weiterführen darf“, ist die gebürtige Wienerin hoch motiviert. Eine eigene Ordination war für sie ein großer Traum. In die angrenzende Steiermark verschlugen sie private Gründe. Geplant ist eine rund zweiwöchige Modernisierung in den Räumlichkeiten mitten im Ort. Schon am 16. April soll die Praxis zum ersten Mal aufsperren.

Interessent in Wagrain, Wechsel im Oberpinzgau
Eine positive Entwicklung zeichnet sich in Wagrain ab. Nach einem Todesfall sucht die Gemeinde einen neuen Zahnarzt. „Es gibt einen Interessenten, der jetzt noch auf Personalsuche ist“, ist Ortschef Axel Ellmer optimistisch. 18 Zahnarztstellen sind insgesamt in Salzburg gerade ausgeschrieben.

Weniger friedlich musste sich der Internist Peter Ilsinger von seinen Ordinationsräumen in Bramberg trennen. Es gibt einen offenen Konflikt mit dem Eigentümer, einem holländischen Investor, rund um Zahlungen für ein geleastes Untersuchungsgerät. Der Arzt wurde schließlich ausgesperrt.

Mittlerweile hat er eine neue Bleibe gefunden: „Wir gehen nach Mittersill. In zwei Wochen geht es dort für uns weiter.“ Leid tue ihm, dass viele Patienten jetzt einen weiteren Weg zu ihm in Kauf nehmen müssen. „Und das alles, weil man sich von einem holländischen Multimillionär auf der Nase herumtanzen lassen muss.“

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