Eine US-Rakete, die zuvor noch nie im Kampfeinsatz getestet wurde, soll am ersten Tag des Krieges gegen den Iran in eine Sporthalle, eine angrenzende Grundschule und ein Wohngebiet eingeschlagen sein. Laut lokalen Beamten sollen bei dem Angriff mit der Präzisionsrakete 21 Menschen getötet worden sein.
Am ersten Tag des Krieges sorgte der Angriff auf eine Schule mit 175 – großteils jungen – Todesopfern für Entsetzen. Nun wurde bekannt, dass kurz danach auch eine andere Bildungseinrichtung von einer US-Rakete getroffen wurde. Bei dieser Attacke in der Stadt Lamerd in der Provinz Fars soll eine neue Langstreckenwaffe des US-Militärs erstmals zum Einsatz gekommen sein. Die hochmoderne Präzisionsrakete (Precision Strike Missile – PrSM) sei so konstruiert, dass sie knapp über ihrem Ziel detoniert und kleine Wolframpellets nach außen schleudert, wie die „New York Times“ berichtet.
US-Beamter bestätigt Einsatz von Präzisionsrakete
Videos von Überwachungskameras zeigen die Waffe im Flug mit einer markanten Silhouette, die laut Munitionsexperten jener der PrSM entspricht. In der Aufnahme sieht man, wie die Rakete mit einem großen Feuerball explodiert. Fotos nach der Detonation zeigen die Schäden: Der Einschlagsort ist mit kleinen Löchern übersät, die offenbar von den Wolframpellets stammen. Auch ein US-Beamter, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber der renommierten Zeitung, dass bei dem Angriff in Lamerd eine PrSM eingesetzt wurde.
Auf diesen Videos soll der Angriff mit der neuen Waffe zu sehen sein:
Auch die BBC berichtete, dass die Form des Projektils, die Länge und die Größe der erzeugten Explosion sowie das Fehlen sichtbarer, an der Nase angebrachter Bedienelemente darauf hindeuten, dass es sich bei der Waffe in dem verifizierten Videomaterial um eine PrSM handelt. Neben der Sporthalle befinde sich ein Gelände der Islamischen Revolutionsgarden. Es sei jedoch unklar, ob dieses Aral bei dem Angriff ebenfalls getroffen wurde.
Auf diesem Bild ist zu sehen, wie nah sich die Schule und die Sporthalle an dem Gelände der Revolutionsgarden befinden:
US-Militär feiert Einsatz von PrSM
Das US-Militär erklärte in einer Pressemitteilung, dass Tests mit Prototypen der PrSM erst vergangenes Jahr abgeschlossen wurden. Anfang März wurde von Admiral Brad Cooper bekannt gegeben, dass die Waffe erstmals im Kampfeinsatz erprobt worden sei – der Einsatz wurde von der Armee regelrecht gefeiert. Da die Waffe so neu sei, lasse sich schwer beurteilen, ob der Angriff auf zivile Ziele vorsätzlich erfolgte, auf einen Konstruktions- bzw. Herstellungsfehler zurückzuführen ist oder das Ergebnis einer falschen Zielauswahl war, wie die „New York Times“ schreibt.
Zum Zeitpunkt des Angriffs wurde die Sporthalle von einer Mädchen-Volleyballmannschaft genutzt, wie der iranische Vertreter bei den Vereinten Nationen erklärte. Auch Bilder und Videos von Social-Media-Accounts der Schule zeigen Kinder, die die Halle nutzen. Auf digitalen Karten wie Google Maps sei zudem ersichtlich, dass es sich um eine zivile Einrichtung handle, wie die „New York Times“ erklärt.
175 Tote bei weiterem Angriff auf Schule kurz zuvor
Nur wenige Stunden vor dem Angriff auf Lamerd hatte ein US-amerikanischer Tomahawk-Marschflugkörper eine Schule in der mehrere Hundert Kilometer entfernten Stadt Minab getroffen und 175 Menschen getötet. Bei den meisten Opfern handelt es sich um Kinder. Menschenrechtsorganisationen sei die Bildungseinrichtung zum „Schauplatz eines Massenmords“ geworden.
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