Angriff auf Schule

Amnesty erhebt schwere Vorwürfe gegen US-Militär

Außenpolitik
16.03.2026 16:16
Porträt von krone.at
Von krone.at

Neue Details zum US-Angriff auf eine Schule im Iran haben für enormes Entsetzen gesorgt. Der Vorfall müsse laut Amnesty International zur Rechenschaft gezogen werden. Die Menschenrechtsorganisation habe bereits eine eigene Untersuchung abgeschlossen.

Die von Amnesty gesammelten Belege deuten darauf hin, dass die Shajareh-Tayyebeh-Grundschule im angrenzenden Komplex der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC), gezielt mit Lenkwaffen beschossen wurde. Bei dem Angriff auf den Komplex in Minab wurden der Organisation zufolge 168 Menschen, darunter 110 Schulkinder, getötet.

„Dieser erschütternde Angriff auf eine Schule mit vollen Klassenzimmern ist ein erschreckendes Beispiel für den katastrophalen und vollkommen vorhersehbaren Preis, den Zivilist*innen in diesem bewaffneten Konflikt zahlen. Schulen müssen sichere Lern- und Lebensorte für Kinder sein. Stattdessen wurde diese Schule in Minab zum Schauplatz eines Massenmords“, sagte Erika Guevara Rosas von Amnesty International.

Amnesty: USA hätten es besser wissen müssen
Die US-Behörden hätten wissen müssen, dass es sich um ein Schulgebäude handelt, sagt sie mit Bezug auf Analysen von Satellitenbildern der Amnesty. Medien und zivilgesellschaftliche Organisationen bestätigten dies unmittelbar nach dem Angriff. „Der gezielte Angriff auf ein geschütztes ziviles Objekt wie eine Schule ist nach humanitärem Völkerrecht strikt verboten“, so Rosas.

Amnesty fordere eine Entschädigung für die Opfer. Die Schule wurde vor allem von Kindern einkommensschwacher Familien, wie der unterdrückten baluchischen Minderheit, besucht. 

Im Iran seien mindestens 66 Schulen beschädigt oder zerstört worden, wobei es mehrere Todesfälle von Schülern gegeben hätte, so der Leiter des Informations- und Öffentlichkeitszentrums des iranischen Bildungsministeriums am 7. März. Diese Angaben konnten jedoch nicht unabhängig überprüft werden.

Falsche Informationen führten zu Katastrophe
Der Angriff auf die Schule beruhe laut US-Militär auf veralteten Daten sowie dem Einsatz von KI. Die Untersuchungen würden laut einem Sprecher des Weißen Hauses noch andauern. Amnesty fordert Transparenz und Unparteilichkeit bei der Aufarbeitung.

US-Präsident Donald Trump behauptete am 9. März, „der Iran oder jemand anderes“ sei für den Angriff verantwortlich. Am 12. März forderten acht UN-Experten eine unabhängige Untersuchung von Angriffen, die schwerwiegende Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht darstellen könnten, darunter ausdrücklich den Angriff auf die Schule in Minab.

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