„Zeigt keine Reaktion“

Wal „Timmy“ liegt weiterhin bewegungslos im Wasser

Ausland
30.03.2026 13:15
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der an der Ostseeküste gestrandete Buckelwal „Timmy“ hat sich in der Nacht von Sonntag auf Montag nicht befreien können. Auch Versuche, ihn zu animieren, sind gescheitert. Die Wasserschutzpolizei hat eine düstere Prognose für das Tier. 

Kaum Bewegung im Wal-Drama an der Ostseeküste: Der in der Bucht vor Wismar liegende Buckelwal hat sich in den vergangenen Stunden kaum bewegt, und es geht ihm nicht gut. „Er atmet weiterhin. Er liegt im Wasser, das jetzt etwas niedriger ist, dadurch, dass der Wasserstand etwas gesunken ist“, sagte Meeresschutz-Expertin Franziska Saalmann von der Organisation Greenpeace am Vormittag der Deutschen Presse-Agentur.

Wal zeigte keinerlei Reaktion
Als das Experten-Team mit der Wasserschutzpolizei am Morgen mit einem Schlauchboot in die Nähe des Tieres gefahren war, hatte der zwölf bis 15 Meter lange Wal nicht stark reagiert. „Wir haben auch versucht, ihn durch Lärm zu animieren. Dazu haben wir mit dem Paddel aufs Wasser geschlagen, um zu gucken, ob er sich bewegt und dadurch zeigt „Oh, das stört mich!“. Da kam aber auch keine Reaktion zurück und das zeigt auch noch, dass das Tier weiterhin geschwächt ist.“

Möwen picken vom Rücken des Wals
Der Wal liegt seit Sonntag unverändert in der Bucht – beobachtet von vielen Schaulustigen am Strand und auf der Seebrücke. Möwen setzen sich vereinzelt auf seinen Körper und picken von seinem Rücken. Etwa alle fünf Minuten atmet er, man sieht dann eine kleine Wasserwolke über seinem Körper. Diese Atemfrequenz sei so weit in Ordnung, sagte Saalmann von Greenpeace. „Da scheint mir jetzt erst mal nichts Besorgniserregendes daran zu sein. Aber ja, das ist etwas, was wir auch im Auge behalten.“

Wasserstand jetzt niedriger
In der Nacht auf Montag war der Wasserstand um fast 50 Zentimeter gesunken, wie aus den Daten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hervorgeht. Deshalb sei es derzeit unwahrscheinlicher, dass der Wal sich freischwimmen kann, sagte Greenpeace-Expertin Saalmann weiter. Der Wasserstand soll am Dienstag aber wieder steigen. Vielleicht könne sich der Wal bis dahin wieder erholen, so die Expertin.

„Wissen nicht, welche Krankheiten er hat“
Es sei aber auch nach einer Befreiung aus eigener Kraft nicht klar, ob der Wal dann überhaupt den Weg zurück in die Nordsee finden würde. „Wir wissen nicht genau, was für Krankheiten er eventuell hat. Und ob und inwiefern seine Orientierung und sein Allgemeinzustand so sehr geschwächt sind, dass er jetzt auch durch menschliche Einflüsse und die verbliebenen Netzreste, die er noch im Maul hat, so geschwächt ist, dass er einfach nicht richtig klarkommt und sich nochmal verirrt“, so die Expertin. Der Wal müsse eigentlich dringend die Ostsee verlassen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt
Das Experten-Team will die Hoffnung auf ein Überleben und Freischwimmen nicht aufgeben, wie Saalmann weiter sagte. „Die Überlebenschancen werden nicht besser gerade. Es ist eine schwierige Situation für ihn. Er lebt geschwächt und das in einem Lebensraum, der nicht auf ihn ausgelegt ist.“ Das Team werde den Wal weiterhin unterstützen – je nach Lage entweder durch in Ruhe lassen oder durch Animation zum Freischwimmen. „Wir hoffen nur das Beste.“ Das Tier wird mittlerweile durchgängig beobachtet. Auch die Wasserschutzpolizei ist mit einem Küstenstreifenboot in der Bucht unterwegs, damit sich dem Wal niemand nähert.

Wal seit Anfang März an Ostseeküste unterwegs
Seit Anfang März war der Wal den Angaben zufolge immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht. Das Tier hatte sich demnach wiederholt in Netzen verfangen. Am vergangenen Montag war der Meeressäuger dann auf einer Sandbank vor dem Timmendorfer Strand bei Lübeck entdeckt worden. Eine umfangreiche Rettungsaktion startete, und in der Nacht auf Freitag befreite sich der Buckelwal dann selbst durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne. Am Samstag war der Wal dann allerdings wieder gestrandet. Seitdem hält das Drama um den Buckelwal an. In der Nacht auf Sonntag konnte sich der Meeressäuger bei steigendem Wasserstand zwar zunächst selbst von einer Sandbank vor der kleinen Insel in der Wismarbucht freischwimmen. Doch wenig später tauchte er erneut auf – ganz in der Nähe, an einer etwa zwei Meter tiefen Stelle. Dort liegt er seitdem.

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