Beim täglichen Einkauf

Nicht nur Öl! Hier droht wegen Krieg Preisschock

Wirtschaft
11.03.2026 18:30

Der Krieg im Iran lässt die Wirtschaft beben: Öl- und Spritpreise sind in die Höhe geschossen, die Fahrt zur Zapfsäule wurde deutlich teurer. Doch auch abseits der Energiemärkte zeigt die Preiskurve gen Himmel. Ein Überblick über die wichtigsten Branchen.

Obwohl die Ölpreise inzwischen wieder etwas nachgeben, bleibt die Situation spürbar angespannt. „Die Geldbörsen der Verbraucher werden wahrscheinlich schrumpfen“, befürchtet Chris O’Keefe von der Investmentfirma Logan Capital Management. Und das dürfte nicht an Öl und Gas alleine liegen.

Denn viele Industrien müssen durch den Iran-Krieg für ihre Rohstoffe und Waren mehr zahlen, erklärt O‘Keefe der „New York Times“. Das macht die Produktion natürlich teurer und hebt die Preise von Waren an, die man im ersten Moment wohl gar nicht im Blick hat.

Nadelöhr treibt Aluminiumpreise
Die Preise für Aluminium sind aktuell so hoch wie seit fast vier Jahren nicht. Das liegt an einem Nadelöhr in der Aluminiumherstellung: der Straße von Hormuz. In den vergangenen Jahren haben sich Katar und Bahrain zu wichtigen Produzenten des Metalls entwickelt. Die Rohstoffe dafür werden in der Regel mit Schiffen importiert – durch die Straße von Hormuz. Diese ist allerdings seit Kriegsbeginn praktisch geschlossen.

Die Straße von Hormuz

Die Straße von Hormuz ist eine Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman. Sie gilt als eine der wichtigsten Seefahrtsrouten weltweit. Durch den Krieg ist der Schiffsverkehr stark eingeschränkt worden.

Aluminium ist ein wichtiger Bestandteil von Flugzeugen, Stromleitungen oder Getränkedosen. Die gestiegenen Aluminiumpreise könnten die Konsumenten deswegen auch bei ihren täglichen Einkäufen spüren, schätzt Alex Jacquez von der Forschungsgruppe Groundwork Collaborative.

Landwirte betroffen
Der Krieg hat auch direkte Auswirkungen auf Landwirtinnen und Landwirte. Rund ein Drittel des weltweit gehandelten Harnstoffs wird über die Straße von Hormuz transportiert. Der viel genutzte Stickstoffdünger wird im Nahen Osten hergestellt. Doch auch hier: Nachdem die Straße von Hormuz nicht mehr durchfahren werden kann, sind die Preise seit Kriegsbeginn um bis zu 35 Prozent in die Höhe geschnellt.

Die Infografik zeigt Angriffe im Persischen Golf und die Auswirkungen auf die Schifffahrt in der Straße von Hormuz. Eine Karte markiert US-israelische Angriffe auf die iranische Marine und iranische Angriffe auf Schiffe. Ein Balkendiagramm darunter zeigt, dass die Zahl der Schiffspassagen pro Tag ab Kriegsbeginn Anfang März stark zurückgeht. Quelle: ISW/IMF, Port Watch.

Noch ein zweiter für die Branche wichtiger Stoff ist vom Krieg betroffen: Schwefel. Schwefel fällt bei der Öl- und Gasraffination an und wird für die Düngemittelproduktion, aber auch in anderen Industriezweigen verwendet. Rund die Hälfte des weltweiten Schwefels hängt aktuell auf einer Seite der Straße von Hormuz fest, heißt es von der CRU Group zur „New York Times“.

„Der Verlust von Düngemitteln könnte erhebliche Auswirkungen auf den globalen Agrarsektor haben“, befürchtet Wayne Winegarden von der Denkfabrik Pacific Research Institute. Das wiederum könnte weltweit die Lebensmittelpreise ankurbeln.

Zucker oder Treibstoff?
Wie stark die Auswirkungen des Kriegs auf die weltweiten Lebensmittelpreise sein können, zeigt auch Zucker. Die Zuckerpreise sind Anfang der Woche an der Intercontinental Exchange auf ein Einmonatshoch gestiegen. Einen Anteil daran könnte Brasilien haben: Das Land ist der weltweit größte Produzent für Zuckerrohr, daraus kann Zucker oder der Treibstoff Ethanol hergestellt werden. Wenn die Ethanolpreise – wie aktuell – hoch sind, wird eher Ethanol als Zucker produziert.

Engpass in Heliumversorgung droht
Wenn die Straße von Hormuz länger gesperrt bleibt, könnte es auch einen Engpass in der Heliumversorgung geben, sagt Phil Kornbluth von Kornbluth Helium Consulting zum US-Sender CNBC. Helium ist unverzichtbar für die Halbleiterherstellung, Halbleiter sind in elektronischen Geräten wie Smartphones verbaut. Rund ein Drittel des weltweiten Heliums wird in Katar produziert – seit Kriegsbeginn ist die Produktion dort allerdings unterbrochen.

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