Brauchtum in Salzburg

Wo das Osterfeuer für große Traditionen brennt

Salzburg
29.03.2026 08:00

Ostern ist Zeit der Bräuche – mit vielen Stunden Vorbereitung in mehren Vereinen: vom Ratschen bis zu Osterfeuer-Zimmern, Ölbergsingen oder Godn-Brezen. In Salzburgs Gemeinden halten sich auch einige Kuriositäten.

Der österliche Reigen wird mit den traditionellen Palmbuschen eröffnet: Dann geht es in die nächsten Überlieferungen. Die Karwoche ist reich an Brauchtum. Ein Auszug:

Können ganz schön laut werden: Ratscherkinder im St. Michaeler Ortsteil St. Martin vor der ...
Können ganz schön laut werden: Ratscherkinder im St. Michaeler Ortsteil St. Martin vor der Kirche(Bild: Roland Holitzky)

Ratscher-Kinder: Ab Gründonnerstag ersetzen sie wieder die Kirchenglocken, die nach Rom ausgeflogen sind, und ziehen durch die Ortschaften. Im St. Michaeler Ortsteil St. Martin hat sich heuer wieder eine Gruppe gefunden. Sebastian und die anderen Kinder greifen mit aller Kraft in die Kurbeln. „Es ist eigentlich gar nicht so schwierig“, ist der Achtjährige schon Profi. Papa Wolfgang Moser war früher selbst einmal Ratscherbub: „Der Mechanismus ist ähnlich wie der einer Spieluhr. Die Schlaghämmer werden durch die Drehbewegung gehoben.“ Und das ist ziemlich laut.

Ölbergsingen: In Großarl hat sich eine Besonderheit erhalten. In der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag treffen sich Männergruppen zum Ölbergsingen und erinnern mit ihren Liedern an biblische Szenen.

Langschläfer-Titel: Wer zu lange schläft und damit Arbeit oder Brauchtum verpasst, bekommt eigene Titel verliehen: Von Palmesel am Palmsonntag bis „Ontlasgon“ am Antlasstag, dem Gründonnerstag, Karfreitagratsch oder Taflappin (Mädchen, das das Weihwasser verschüttet hat) am Samstag. Am Sonntag gilt für Frühaufsteher: Sie sind das Osterlamm der Familie.

Im Raum Lofer werden Godn-Kinder so beschenkt: Bäcker Gerhard Volgger mit österlicher Breze
Im Raum Lofer werden Godn-Kinder so beschenkt: Bäcker Gerhard Volgger mit österlicher Breze(Bild: Kerstin Jönsson)

 

 

Kulinarik: Godenkinder bekommen Ostergeschenke überreicht. Zumeist sind es Osterzöpfe oder -pinzen. Wer es im Raum Lofer traditionell mag, bestellt eine Godnbreze aus Lebkuchenteig. Bäcker Gerhard Volgger aus St. Martin: „Noch mehr Godn-Brezen gehen aber zu Allerheiligen weg!“

Alles handgemacht: Mario, Sandro und Lukas auf 1300 Meter Seehöhe in Zederhaus
Alles handgemacht: Mario, Sandro und Lukas auf 1300 Meter Seehöhe in Zederhaus(Bild: Roland Holitzky)

Lungauer Osterfeuer: Im Lungau laufen schon seit Wochen Vorbereitungen für die Osterfeuer. In allen Gemeinden werden in der Auferstehungsnacht wieder hölzerne Quader, die mit Ästen gefüllt werden, lodern. 
In Zederhaus zimmern Buben ein Osterfeuer auf 1300 Meter Seehöhe mit Weitblick über das Tal. „Wir haben im Wald fünf Meter Holz geschlägert“, erzählt Marco stolz. Die Herausforderung: „Wir schneiden es so, dass die Holzpriegel gut aufliegen. Alles muss gerade sein.“ Die Burschen machen alles händisch, also ganz ohne Hilfe von Kran oder Traktor. Auch das Feldkreuz der Krampusgruppe St. Michael wird wieder hell leuchten.

Erstes „Osterfeuer-Zimmern“: Lotti und Max (beide 6) mit Mini-Exemplar
Erstes „Osterfeuer-Zimmern“: Lotti und Max (beide 6) mit Mini-Exemplar(Bild: Roland Holitzky)

Gonesrennen: In Tamsweg-Wölting wird am Ostermontag zum Gonesrennen, einem alten Gesellschaftsspiel, geladen. „Das gibt’s nur noch bei uns“, so Markus Lüftenegger von der Dorfgemeinschaft stolz.

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