Dramatischer Auftritt in Hamburg: Collien Fernandes stand am Donnerstag bei einer Demo für Opfer sexueller Gewalt mit schusssicherer Weste auf der Bühne – aus Angst vor Morddrohungen, nachdem sie in Spanien wegen „digitaler Vergewaltigung“ Anzeige erstattet hatte. Am Freitag dann die Wendung: Auch in Deutschland wird nun wieder ermittelt.
Im Fall der von ihr erhobenen Vorwürfe der digitalen sexualisierten Gewalt hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe in Deutschland ihre zuletzt ruhenden Ermittlungen wieder aufgenommen. Ein Erfolg für die Schauspielerin, die im November 2024 Anzeige gegen unbekannt erstattet hatte, ohne Ergebnis. Bis jetzt!
Nach Prüfung der Medienveröffentlichungen in der Sache seien die Ermittlungen wieder aufgenommen worden, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Peter Müller-Rakow, am Freitag. Damit wird außer im spanischen Mallorca nun auch in Deutschland wieder ermittelt.
Weitere Prüfungen
Müller-Rakow wollte sich nicht dazu äußern, ob sich die Ermittlungen gegen den Ex-Mann von Fernandes, den Schauspieler Christian Ulmen, richten. „Konkrete Angaben dazu kann ich nicht machen.“ Das Magazin „Spiegel“ berichtete am Freitagnachmittag allerdings, dass Ulmen im Fokus stehe. Nach der Auswertung der Berichterstattung könne ein Anfangsverdacht bejaht werden, teilte die Staatsanwaltschaft Itzehoe demnach mit. Ulmens Anwälte sprechen weiterhin von „unwahren Tatsachen“.
Hier sehen Sie ein „Spiegel“-Posting zu dem Fall:
Die Ermittlungen in Deutschland waren zunächst eingestellt worden, weil Ansätze gefehlt hätten. Wie der Oberstaatsanwalt sagte, führt die Wiederaufnahme der Ermittlungen dazu, dass sich nun weitere Prüfungen anschließen. Es gehe dabei unter anderem um rechtliche Würdigungen der Vorwürfe von Fernandes. Die Frage eines eventuell infrage kommenden Straftatbestands sei noch offen. „Weitere Auskünfte kann ich jetzt aus ermittlungstechnischen Gründen nicht geben“, sagte Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow.
Massive Vorwürfe gegen Ex-Mann
Fernandes war vergangene Woche mit Vorwürfen der digitalen sexualisierten Gewalt gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen an die Öffentlichkeit gegangen. In Spanien brachte sie ihre Vorwürfe zur Anzeige, die Justiz auf Mallorca prüft diese derzeit nach eigenen Angaben. Sie umfassen demnach Aneignung des Personenstandes, Geheimnisverrat, öffentliche Beleidigung, regelmäßige Misshandlung und schwere Drohungen.
Ulmen selbst bestreitet die Anschuldigungen, es gilt die Unschuldsvermutung. Der „Spiegel“ hatte ihm einen umfangreichen Fragenkatalog geschickt, dieser blieb unbeantwortet.
Die Veröffentlichung führte in Deutschland in der Politik zu einer Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte in der Folge an, Gesetzeslücken schließen zu wollen.
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