Große Demo in Berlin
Fernandes: „Dürfen Täter nicht davonkommen lassen“
Das neu gegründete Bündnis „Feminist Fight Club!“ hat zu einer Demonstration gegen digitale Gewalt vor dem Brandenburger Tor in Berlin aufgerufen. In einem Statement von Collien Fernandes, die die Debatte ins Rollen brachte, bedankte sie sich für die Solidarität. „Wir dürfen die Täter nicht mehr davonkommen lassen!“, erklärte die Schauspielerin.
Anlass der Veranstaltung ist die aktuelle Diskussion über digitale sexualisierte Gewalt, nachdem Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, erhoben hatte. Sie hatte ihn bezichtigt, sie „virtuell vergewaltigt“ zu haben. Ulmen habe Fake-Profile von Fernandes erstellt, von denen er pornografische Inhalte über sie verbreitet haben soll.
Die Polizei sprach von rund 6700 Teilnehmern, laut Veranstaltern versammelten 13.000 Menschen zu dem Protest.
Statement von Fernandes unter Applaus verlesen
Die Veranstaltung fand unter dem Motto statt: „Gegen sexualisierte digitale Gewalt – Solidarität mit allen Opfern“. Angemeldet waren lediglich 500 Teilnehmer, es kamen jedoch ein Vielfaches an Menschen, um ihre Unterstützung zu zeigen. Unter anderem soll die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer eine Rede halten.
„Mein Körper gehört mir – auch digital“, war auf einem der vielen Plakate zu lesen. Fernandes selbst ist nicht vor Ort, es wurde aber ein Statement von ihr verlesen. Für Fernandes Worte gab es tobenden Applaus.
Collien Fernandes Statement:
Sexualisierte und digitale Gewalt sind weiter verbreitet, als man ahnen mag. Aktuell gibt es diesbezüglich jedoch massive gesetzliche Schutzlücken. Der Staat kommt seiner Verantwortung für die Gewährleistung des Persönlichkeitsrechts, des Rechts auf sexuelle Selbstbestimmung und des Rechts auf Nichtdiskriminierung nicht nach. Das muss sich ändern! Wir dürfen die Täter nicht mehr davonkommen lassen!
Sie verstecken sich hinter einer Mauer des Schweigens, und diese ist hoch – sehr, sehr hoch, wie die jüngst veröffentlichte Dunkelfeldstudie zeigt. Nur 2,4 Prozent der digitalen Gewalt wird derzeit angezeigt. Kein Wunder, wenn auf Anzeigen keine Konsequenzen folgen. Wir müssen Licht in das viel zu große Dunkelfeld bringen und diese Mauern des Schweigens einreißen!
Danke für die Solidarität, die mich in dieser schweren Zeit trägt!
Bei der Demonstration sollen auf aktuelle Gesetzeslücken hingewiesen werden – zudem wird ein Verbot von Porno-Deepfakes gefordert. Der Verein „Feminist Fight Club“, der die Demo angekündigt hatte, wurde erst am Freitag gegründet. Organisiert wurde die Veranstaltung von Kira Bönisch, die seit mehreren Jahren bei „Fridays for Future“ aktiv ist.












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