Wollte ihn bestatten
Dieb goss wertvollen Heiligen-Schädel in Beton ein
Nach dem Diebstahl einer fast 800 Jahre alten Reliquie aus einer katholischen Kirche in Tschechien hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen.
Der mutmaßliche Täter habe zugegeben, den Schädel entwendet und später in Beton eingegossen zu haben, teilte eine Sprecherin mit. Die Reliquie wird von Gläubigen als Überrest der Heiligen Zdislava von Lämberg verehrt und befand sich in der Laurentiuskirche von Jablonne v Podjestedi.
Mit Spezialtechnik habe man zerstörungsfrei festgestellt, dass sich der Schädel tatsächlich in einem massiven Betonblock befinde, teilten die Ermittler weiter mit. Kunstrestauratoren würden sich nun darum bemühen, ihn aus der Verschalung zu befreien. Dem Verdächtigen sei es nach eigener Aussage nicht um Geld gegangen. Er habe die Zurschaustellung der menschlichen Überreste abgelehnt, sie in einen Fluss werfen und so in einer privaten Zeremonie bestatten wollen.
Reliquie soll in Kirche zurückkehren
Gegen den 35-Jährigen werde nun wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Störung der öffentlichen Ordnung ermittelt, was mit zwei bis acht Jahren Haft bestraft werden könne. Der Prager Erzbischof Stanislav Pribyl sagte der Agentur CTK zufolge, dass die Reliquie in die nordböhmische Basilika zurückkehren werde. Sie soll aber künftig mit Panzerglas und einer Alarmanlage, die mit der Polizei-Leitstelle verbunden ist, besser geschützt werden. Zu dem blitzartigen Diebstahl war es zu Beginn eines Gottesdienstes gekommen.
Die Heilige Zdislava von Lämberg – nach Schloss Lämberg, auf Tschechisch Lemberk – war eine böhmische Adelige und Gründerin von Klöstern und Spitälern. Sie lebte im 13. Jahrhundert und wurde 1995 vom damaligen Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. Zdislava von Lämberg wird in Tschechien als Schutzheilige der Armen und Leidenden verehrt. Im Jahr 2002 wählte die Verwaltungsregion mit Sitz in Liberec sie zur Schutzpatronin.









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