In Norwegen hat ein Fischer den mit Spannung erwarteten Testflug einer deutschen Weltraumrakete scheitern lassen. Der Mann hatte die maritime Sicherheitszone mit seinem Boot nicht rechtzeitig verlassen. Laut einem Bericht soll er bereits in der Vergangenheit eine Militärübung in der Gegend gestört haben.
Der Fischer weist böse Absichten jedoch zurück. „Wir wollten eigentlich etwas früher fertig sein, aber wir hatten Probleme mit der Strömung und ein Durcheinander mit dem Fanggerät“, führte er aus. Der Start war für Mittwochabend um 21.21 Uhr angesetzt gewesen. Dass der zweite Testflug einer deutschen Weltraumrakete gescheitert war, begründete der Raketenhersteller Isar Aerospace ebenfalls mit dem Eindringen eines unautorisierten Bootes in die Sicherheitszone. Nach der Entdeckung habe man den Countdown angehalten.
Die Rakete „Spectrum“, die vom Weltraumbahnhof Andøya hätte starten sollen, soll künftig zivile und militärische Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen bringen. Obwohl sie bisher nicht serienreif ist, ist das Unternehmen laut Isar Aerospace-Chef Daniel Metzler bereits bis zum Jahr 2028 ausgebucht. Vor etwa zwei Wochen besuchte Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) das Gelände des Weltraumbahnhofs, gemeinsam mit Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støhre.
Satelliten ins All schießen
Grund des großen Interesses ist die aktuell weitgehende Unfähigkeit Europas, Satelliten mit eigener Technik ins All zu schießen. Die meisten werden von der US-Firma Space X ins Weltall befördert. Im vergangenen Jahr starteten die USA 198 Raketen, der Rest der Welt 124, Europa lediglich acht. Ein neues Startdatum für „Spectrum“ nannte Isar Aerospace zunächst nicht.
Derzeit schwelt ein Konflikt der ortsansässigen Bevölkerung mit dem Weltraumbahnhof. Andøya ist eine nördlich der Lofoten gelegene große Insel. Fischerinnen und Fischer fürchten Einschränkungen bei der Nutzung ihrer Fanggründe. „Für uns Fischer ist das hier unser Arbeitsplatz, und dann kommen sie her und wollen dasselbe Gebiet nutzen. Man könnte sagen, wir haben einen schlechten Nachbarn bekommen“, sagte jener Skipper, der am Mittwochabend den Start der Rakete mit seinem Boot verschoben hatte.
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