Aufreger im Rathaus

Bei Rede zu Teuerung kasperlt Rote peinlich herum

Wien
12.01.2026 16:00

Peinlich und total daneben: Ausgerechnet während der Debatte im Wiener Gemeinderat um teurere Öffis und die Abschaffung der Seniorenfahrkarte ist eine Politikerin der SPÖ in Blödellaune.

Wie sich eine Abgeordnete während einer Gemeinderatssitzung aufführte, würde so in keiner Schulklasse durchgehen. Während der Rede von Seniorenvertreterin und Gemeinderätin Ingrid Korosec (ÖVP) zur Abschaffung der Seniorenfahrscheine am 18. Dezember konnte Gemeinderätin Susanne Haase (SPÖ) nicht die Finger von ihrem Handy lassen.

Filmen, stylen, Grimassen schneiden und lachen
Immer wieder folgt der Griff zum Mobiltelefon. Doch damit nicht genug: Die Gewerkschafterin filmte sich selbst, verwendete ihre Kamera, um sich zurechtzumachen, führte Selbstgespräche, schnitt dabei auch noch Grimassen und lachte dabei.

Immer wieder erfolgte während der Rede von Seniorenvertreterin Korosec der Griff zum ...
Immer wieder erfolgte während der Rede von Seniorenvertreterin Korosec der Griff zum Mobiltelefon ...(Bild: ÖVP Wien)
– ausgerechnet während Korosec über die Teuerung und armutsgefährdete Pensionisten spricht.
– ausgerechnet während Korosec über die Teuerung und armutsgefährdete Pensionisten spricht.(Bild: Instagram/Ingrid Korosec)

In den sozialen Medien kommt das Verhalten der Volksvertreterin weniger gut an. Das Video wurde dort mittlerweile mehr als 20.000-mal angeklickt und hundertfach kommentiert.

„Ich habe vor Kollegin Korosec den höchsten Respekt und habe ihr auch genau zugehört“, verteidigt sich Haase jetzt. Wegen eines Krankheitsfalls eines Gemeinderatskollegen hätte sie ihren Platz zudem nicht verlassen können, da sie durchgehend von 15.30 bis 18 Uhr als Berichterstatterin eingeteilt war. Das erklärt aber noch nicht ihr Verhalten.

SPÖ: „Parlamentarische Arbeit beinhaltet viele Nebenschauplätze“
Aus dem Wiener SPÖ-Rathausklub heißt es dazu auf „Krone“-Anfrage nur lapidar, dass es absolut üblich sei, „dass Abgeordnete während Sitzungen arbeiten. Die parlamentarische Arbeit beinhaltet viele Nebenschauplätze, die Aufmerksamkeit benötigen. Darüber hinaus können die Abgeordneten durchaus gleichzeitig arbeiten und zuhören – oder sich Notizen zu dem Gesagten machen.“ Dann der Fingerzeig auf die anderen Parteien: Dies sei überfraktionelles Verhalten und man finde dazu Beispiele aller Fraktionen.

Sitzt die Frisur auch richtig? Während der Rede filmte sich die rote Gemeinderätin mehrfach.
Sitzt die Frisur auch richtig? Während der Rede filmte sich die rote Gemeinderätin mehrfach.(Bild: wien.gv.at)

Doch wie kann sichergestellt werden, dass die Aufmerksamkeit im Plenum den Rednern gewidmet ist? Im Deutschen Bundestag ermahnte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) die Abgeordneten kürzlich zu einer zurückhaltenden Nutzung von elektronischen Geräten. Grundsätzlich seien Smartphones erlaubt, aber: kein Telefonieren und keine Selfies im Plenum. Handys sind in Österreich in den ersten acht Schulstufen übrigens seit Mai 2025 per Verordnung verboten. In Wien betrifft das immerhin mehr als 400 öffentliche Pflichtschulen mit rund 132.000 Schülern. 

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