Samstagabend gewann Dara mit „Bangaranga“ den Song Contest 2026 in der Wiener Stadthalle, holte die Trophäe damit erstmals nach Bulgarien und macht ihre Heimat damit zur 28. Gewinnernation der ESC-Historie. Entgegen vielen Meinungen hat ihr Lied durchaus eine wichtige Message.
Um 1 Uhr morgens kannte der Jubel in der Wiener Stadthalle keine Grenzen mehr. Ein äußerst gelungener und international gefeierter Song Contest in Wien ging mit dem fulminanten und unerwarteten Sieg der Bulgarin Dara zu Ende. Nach dreijähriger Abwesenheit entschied sich das bulgarische Fernsehen für ein Comeback und räumte so ab, wie nie zuvor – es war der erste Sieg für das finanziell gebeutelte Balkanland und Bulgarien ist nun die 28. Gewinnernation in der 70-jährigen Historie des Song Contests.
Hilfe vom Ehemann
Beim Pressegespräch nach dem Erfolg wurde Darina Nikolaewa Jotowa, so Daras bürgerlicher Name, durchaus emotional. „In Bulgarien musste ich gegen eine Welle des Hasses ankämpfen. So viele Leute waren gegen mich. Ich hatte einmal nachts eine dreistündige Panikattacke, bei der mich mein Ehemann umarmt und beruhigt hat. An diesem Punkt habe ich alles hinterfragt, aber ich liebe die Musik so sehr, dass ich auch meine mentale Gesundheit dafür aufs Spiel setzen würde. Mein Mann hat mich immer wieder bestärkt und dann haben wir das Projekt in Angriff genommen.“
Der mit Balkan-Beats und einer simplen, aber fantastischen Choreografie unterlegte Dancepop-Song wirkt auf den ersten Blick willkürlich, hat aber eine klare Botschaft, die Dara in Interviews auch nicht müde wird zu betonen. Es geht um Freiheit, Selbstbestimmung und das Entfesseln aus althergebrachten Normen. Der Liedteil „welcome to the riot“ (zu Deutsch: „Willkommen zum Aufstand“) suggeriert, dass man sich gegen Unterdrückung auflehnen und seine ganz persönliche Form von Leben leben sollte. Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass der Terminus „Bangaranga“ weit über Dara hinaus Einzug in die sprachliche Alltagskultur halten wird.
Für die Freiheit
Ihr „Bangaranga“ wird uns Dara künftig noch oft via Radios, Spotify-Playlisten und wohl auch auf Livetourneen in die Köpfe hämmern. Auf eine Frage eines serbischen Journalisten, ob man ein geplantes großes Stadion Sofias künftig „Dara“- oder „Bangaranga“-Stadion nennen sollte, antwortete sie mit: „Nennen wir es doch Stadion der Freiheit“. Das sagt viel über die 27-jährige ESC-Siegerin aus.
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