Nicht treffsicher

Wohnbauförderung in Vorarlberg ein Rohrkrepierer?

Vorarlberg
26.03.2026 17:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Wohnbauförderung in Vorarlberg längst kein Instrument mehr ist, um der Mittelschicht ein Eigenheim zu ermöglichen. Stattdessen werden dadurch Besserverdiener gefördert. 

Das Thema Wohnen ist ein heißes Eisen in Vorarlberg. Egal ob Miete oder Eigentum, die Preise steigen da wie dort in teils astronomische Höhen. Seit Jahren schon wird von unterschiedlichsten Akteuren im Land davor gewarnt, den gemeinnützigen Wohnbau weiter stiefväterlich zu behandeln. Bis zur Landesregierung scheinen diese Rufe allerdings nicht durchzudringen.

Auch eine aktuelle Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) zeigt ein Problem in diesem Sektor auf: Bei der von der Arbeiterkammer in Auftrag gegebenen Untersuchung wurde die Treffsicherheit der Wohnbauförderung in Vorarlberg unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse fallen einerseits deutlich, andererseits wenig überraschend aus: Die Anzahl der durch Eigentumsdarlehen unterstützten Haushalte ist seit 2011 um 60 Prozent gesunken – nämlich von 30.500 auf 12.000.

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Die Daten belegen, dass die Wohnbauförderung in Vorarlberg ihre einstige Funktion als breitenwirksames Instrument für die Mittelschicht weitgehend verloren hat.

Bernhard Heinzle

Viele sind auf Wohnbeihilfe angewiesen
Zudem entfällt fast die Hälfte des gesamten Volumens der Eigentumsförderung (46 Prozent) auf das oberste Einkommensdrittel. „Die Eigentumsförderung ist kein Hebel für die Mittelschicht mehr. Wer heute eine Zusage erhält, gehört statistisch oft schon zum reichsten Drittel in ganz Österreich“, kritisiert AK-Präsident Bernhard Heinzle. Strukturelle Defizite ortet Heinzle auch im Mietbereich: Da der Anteil der gemeinnützigen Wohnungen in Vorarlberg nur bei 13 Prozent liegt (Österreich-Schnitt: 24 Prozent), fehlt der mietpreisdämpfende Effekt eines starken gemeinnützigen Sektors. Mit gravierenden Folgen: Im freien Mietmarkt sind unzählige Vorarlberger Haushalte auf die Wohnbeihilfe angewiesen.

„Für viele Haushalte ist die Wohnbeihilfe überlebenswichtig, aber sie ist ein teures Symptompflaster. Wir subventionieren damit indirekt die hohen Privatmieten, anstatt das Geld in den Bau dauerhaft leistbarer, gemeinnütziger Wohnungen zu investieren“, bringt Heinzle die Absurdität des Vorarlberger Systems auf den Punkt.

Mieten steigen stärker als Löhne
Er fordert eine Neuausrichtung der Wohnbauförderung in Vorarlberg – Zweckbindung inklusive. Das heißt konkret: Die Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und die Rückflüsse aus Darlehen samt Zinserträgen sollen in leistbares Wohnen investiert werden. Ziel müsse es sein, den Anteil des gemeinnützigen Wohnbaus auf die österreichweiten 24 Prozent zu heben, um eine entsprechende Wirkung zu erzielen. Irgendwann wird die Landesregierung nicht mehr um das Thema herumkommen, denn der Druck wächst weiter: Während die Mietpreise seit 2011 um 61 Prozent gestiegen sind, legten die Haushaltseinkommen im selben Zeitraum nur um 39 Prozent zu.

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