Kurioser Kriminalfall

Erst im Casino Geld verzockt, dann Geld gestohlen

Gericht
18.05.2026 18:35
Porträt von Chantal Dorn
Von Chantal Dorn

Ein Deutscher hatte zuerst 3000 Euro im Casino Bregenz verspielt und dann massenhaft Bargeld aus einem Pkw am dortigen Parkplatz gestohlen. Am Montag musste er sich dafür am Landesgericht Feldkirch verantworten.

Tatsächlich nur die Jacken verwechselt oder einen dreisten Coup durchgezogen? Ein 26-jähriger Deutscher sorgte im Casino Bregenz für einen kuriosen Kriminalfall. Der Mann soll eine fremde Jacke samt Autoschlüssel an sich genommen und damit später ein Fahrzeug geöffnet haben. Die Beute laut Urteil: 20.000 Euro und 10.800 Schweizer Franken.

Beim Prozess am Landesgericht Feldkirch stritt der Angeklagte den Diebstahl ab. Die Jacke habe er zunächst irrtümlich für seine eigene gehalten. Dass er später mit dem Schlüssel das Auto geöffnet habe, gab er allerdings zu. „Ich hatte die Intention, etwas zu finden“, erklärte der 26-Jährige zum allgemeinen Erstaunen. Was genau, konnte er nicht sagen. Geld hätte er jedenfalls keines gestohlen. Auch Jacke und Schlüssel habe er beim Fahrzeug zurückgelassen. Ebenfalls im Auto fand sich seine Casino-Karte – der Angeklagte gab an, diese versehentlich dort liegengelassen zu haben.

Die Gelegenheit beim Schopf gepackt
Laut Staatsanwaltschaft hatte der Mann gemeinsam mit zwei Bekannten zuvor rund 3000 Euro im Casino verspielt. Danach soll er sich die Jacke gekrallt und angesichts des darin befindlichen Autoschlüssels die Gelegenheit genutzt haben. Laut Anklage seien im Wagen hohe Geldsummen versteckt gewesen, diese habe der Beschuldigte gestohlen. Zudem soll der Angeklagte versucht haben, auch einer Frau die Jacke zu stehlen – dabei wurde er jedoch ertappt.

Aussagen des Opfers sorgten für Irritationen
Das mutmaßliche Opfer, ein 42-Jähriger, legte im Prozess ebenfalls einen einigermaßen irritierenden Auftritt hin. Er erklärte, regelmäßig enorme Bargeldsummen mitzuführen. Am Verhandlungstag habe er „etwa 100.000 Euro“ dabeigehabt. Der Unternehmer gab weiters an, weltweit in Casinos zu spielen – besonders häufig in Monaco. Erst eine Woche vor dem Vorfall habe er in Bregenz 50.000 Euro gewonnen. Für Kopfschütteln sorgte vor allem seine Aussage, nach dem Verschwinden von Jacke und Schlüssel nicht sofort beim Auto nachgesehen zu haben. Verteidiger Stefan Wirth kommentierte diesen recht sonderbaren Umstand trocken: „Da lacht doch die Kuh im Stall!“

Urteil ist noch nicht rechtskräftig
Am Ende zeigte sich Richterin Franziska Klammer von der Version des Angeklagten, schlicht die Jacken verwechselt zu haben, nicht überzeugt. Es gebe „überhaupt keine Zweifel“, dass der 26-Jährige das Geld gestohlen habe, sagte sie in der Urteilsbegründung. Der Mann wurde zu sechs Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe in Höhe von 960 Euro verurteilt. Außerdem muss er 30.800 Euro zurückzahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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