Marseiller Drogenkrieg

Nach Auftragsmord: Zehn Verdächtige festgenommen

Ausland
24.03.2026 06:54
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach einem aufsehenerregenden Mord in Marseille haben Fahnder in Südfrankreich zehn Verdächtige festgenommen. Sie sollen das Kommando unterstützt haben, das den Bruder eines bekannten Kritikers der Drogenkriminalität erschossen hat – mutmaßlich im Auftrag von Drogenbossen.

Gegen die Festgenommenen werde wegen bandenmäßigen Mordes und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung ermittelt, wie „Le Parisien“ berichtet. Die Festgenommenen werden der mächtigen Drogenbande DZ Mafia zugerechnet, deren inhaftierter Chef hinter dem Auftragsmord stecken könnte. Bei den Festgenommenen handle es sich um acht Männer und zwei Frauen Anfang zwanzig, berichtete der Sender „France Info“.

Innenminister spricht von Einschüchterungstat
Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez hatte nach den tödlichen Schüssen auf den 20-jährigen Mehdi Kessaci von einer „Einschüchterungstat“ gesprochen, weit entfernt von einer klassischen Abrechnung, wie es sie in der Drogenhochburg Marseille jedes Jahr dutzende Male gibt. Präsident Emmanuel Macron organisierte ein Krisentreffen zum Kampf gegen Drogenkriminalität. Tausende demonstrierten in Marseille nach dem Mord gegen Drogengewalt.

Opfer war Bruder von Drogen-Kritiker
Amine Kessaci, der 22-jährige Bruder des Erschossenen, ist Gründer des Vereins Conscience, der von Drogenkriminalität und ihren Folgen betroffenen Familien beisteht. Damit ist er den Drogenbanden ein Dorn im Auge.

Justiz nimmt mächtige DZ Mafia ins Visier
Erst vor zwei Wochen hatte die Staatsanwaltschaft Marseille im Kampf gegen die DZ Mafia 42 Menschen festnehmen lassen. Unter extremen Sicherheitsvorkehrungen begann am Montag außerdem im südfranzösischen Aix-en-Provence der Prozess gegen drei mutmaßliche Anführer der Drogenbande, die für eine Abrechnung mit zwei Toten 2019 verantwortlich sein sollen.

„Zählen unsere Toten, aber was macht der Staat?“
Nach der Ermordung seines Bruders hatte Amine Kessaci in einem landesweit veröffentlichten Appell die Regierung zum Handeln aufgefordert. „Angesichts eines solchen Feindes muss der Staat die Lage einschätzen und begreifen, dass ein Kampf auf Leben und Tod begonnen hat. Es ist Zeit zu handeln (...)“, schrieb Kessaci in der führenden französischen Zeitung „Le Monde“. „Wir zählen unsere Toten, aber was unternimmt der Staat?“

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