Linzer Makler getötet

Ballgeflüster am Handy „sabotiert“ Mordermittlung

Oberösterreich
24.03.2026 05:00

War es ein genialer Schachzug des Killers oder reiner Zufall? Das Landeskriminalamt OÖ landete auf der Suche nach der „Nadel“ in einem unerwartet großen Daten-Heuhaufen. Denn während ein Linzer Makler (49) am 17. Jänner in seiner Wohnung zu Tode gefoltert wurde, tanzten Reich und Schön nur knapp 500 Meter vom Tatort entfernt beim CV-Ball.

Minister, ehemaliger und aktiver Landeshauptmann, Bankchefs, Konditormeister, Primar, etc. – die Ermittler im Mordfall um einen Linzer Immobilienmakler (49) haben unerwartete Namen auf der Liste jener Handys, die in der Tatnacht bei Funkmasten eingeloggt waren, die den Ort des Verbrechens abdecken.

Während in der Nacht des 17. Jänners in der Penthousewohnung in der Harrachstraße ein Makler gefoltert wurde, tanzte die Elite im 480 Meter entfernten Palais Kaufmännischer Verein beim CV-Ball. Und damit waren auch die Handys Hunderter Ballgäste stundenlang eingeloggt – wie, so die Hoffnung der Ermittler, vielleicht auch die Mobiltelefone der Mörder.

Der Mord an einem Linzer Makler ist bis heute ungeklärt.
Der Mord an einem Linzer Makler ist bis heute ungeklärt.(Bild: Jürgen Pachner)

Mühsames Ausfiltern
Man versucht, Telefonnummern, die üblicherweise nicht so lange an diesem Standort registriert sind, zur vermuteten Tatzeit, die sich über Stunden erstreckt haben dürfte, herauszufiltern und so möglicherweise auf Verdächtige zu stoßen.

Während die Elite des Landes beim CV-Ball tanzte, spielte sich kaum 500 Meter entfernt einer der ...
Während die Elite des Landes beim CV-Ball tanzte, spielte sich kaum 500 Meter entfernt einer der brutalsten Morde der vergangenen Jahre ab.(Bild: Markus Wenzel)

War‘s Absicht?
Bei dieser Suche nach der Nadel im Heuhaufen haben es die Datenexperten der Polizei wegen des Balls mit einem unerwartet großen Haufen zu tun. Ob die Täter dies beabsichtigt hatten oder es ein unglücklicher Zufall war, ist, wie so vieles in diesem Fall, Spekulation.

Das Handy des Opfers ist weg
Fix ist inzwischen auch, dass während des Ballgeflüsters das Handy des Mordopfers verstummte und bisher nie wieder aktiviert wurde – es wurde von den Tätern mitgenommen, und somit fehlen den Kriminalisten wichtige Spuren. Denn es ist davon auszugehen, dass der 49-Jährige, der auch im Drogen- und Rotlichtmilieu aktiv war, vertrauliche Nachrichten über kaum knackbare Messengerdienste verschickt hat.

Rechtshilfeersuchen laufen
Die Polizei hat – mangels rechtlicher Möglichkeiten – inzwischen Rechtshilfeersuchen an die Anbieter von Internet-Messengerdiensten gestellt, um Informationen zu erhalten, wann der Makler mit wem telefoniert oder geschrieben hat. Doch die meisten dieser Anbieter sitzen in den USA und sind für ihre Diskretion bekannt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung