Bluttat in Linz

Makler erschlagen: Polizei fand großes Drogenlager

Oberösterreich
26.01.2026 14:51
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt in der Linzer Harrachstraße gab es viele Spekulationen. Seitens der Polizei ist man mit der Herausgabe von Details bisher sparsam umgegangen. Warum dem so ist, was der derzeitige Stand der Ermittlungen ist und wie die Ermittlungen jetzt weitergehen.

Am Montag meldete sich die Landespolizeidirektion Oberösterreich in Form einer Presseaussendung erstmals ausführlich zu dem aufsehenerregenden Fall in der Linzer Harrachstraße zu Wort und gab neue Details bekannt.

Was ist bisher bekannt?
Aufgrund der Tatortsituation und der Spurenlage sei laut Polizei von einer sorgfältig geplanten Tat auszugehen, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Nacht von 17. auf 18. Jänner verübt wurde. In der Aussendung der Polizei heißt es: „Der Bruder des Opfers fand die Leiche des 49-Jährigen am frühen Nachmittag des 19. Jänners am Fußboden des Badezimmers liegend. Er informierte sofort die Polizei. Das Opfer wies am gesamten Körper Hämatome auf und war an Beinen und Händen gefesselt. Einbruchsspuren konnten keine festgestellt werden.“

Nachdem sofort klar gewesen sei, dass es sich um ein Gewaltverbrechen handelte, habe das Landeskriminalamt die Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Linz übernommen.

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Im Zuge der Spurensicherung wurden Suchtmittel in einem Ausmaß sichergestellt, welches mit einem Eigenkonsum des Opfers nicht in Einklang zu bringen ist.

Erklärung der Landespolizeidirektion Oberösterreich

Vielzahl von Spuren gesichert
Am Tatort wurden laut Polizei eine Vielzahl von Spuren gesichert. Die Auswertung derselben sei derzeit noch im Gange. „Selbstverständlich wurde auch im Umfeld des Tatorts nach Hinweisen gesucht, dazu gehören auch das Finden und Auswerten unterschiedlicher Überwachungskameras und die Befragung von Bewohnern und Geschäftsleuten rundum die Wohnung des Opfers“, heißt es in der Erklärung weiter. Zudem wurde die Bevölkerung aufgerufen, die Ermittlungen mit Hinweisen zu unterstützen. Einige Hinweise unterschiedlicher Relevanz seien bei der Polizei eingegangen.

Verbindungen in Drogen- und Rotlichtszene
Einer dieser Hinweise betrifft eine Pizzalieferung an das Opfer am 17. Jänner gegen 22 Uhr – die „Krone“ berichtete darüber. Zudem wurden das Privatleben und das persönliche Umfeld des Opfers von den Beamten durchleuchtet und seien noch immer Gegenstand intensiver polizeilicher Recherchen. „Im Zuge der Spurensicherung wurden Suchtmittel in einem Ausmaß sichergestellt, welches mit einem Eigenkonsum des Opfers nicht in Einklang zu bringen ist. Verbindungen zum Drogenmilieu, aber auch Verbindungen in die Rotlichtszene scheinen aufgrund bisheriger Erkenntnisse evident“, so die Exekutive.

Es wird zudem bestätigt, dass der Vater des Mordopfers am 24. Jänner zu Hause verstorben ist – auch das berichtete die „Krone“ bereits. Es gibt keine Anzeichen auf Fremdverschulden. Um dennoch jeden Zweifel auszuschließen, habe die Staatsanwaltschaft Linz eine Obduktion zur Feststellung der Todesursache angeordnet.

Warum gibt die Polizei nicht mehr Informationen bekannt?
„Dass bei derartigen Straftaten das Interesse der Bevölkerung und damit der Medien sehr groß ist und das Informationsbedürfnis dementsprechend hoch ist, ist der Polizei klar. Nachdem es zu keinem Zeitpunkt Hinweise darauf gegeben hat, dass eine Gefahr für die Bevölkerung besteht, war eine Warnung derselben nicht zweckmäßig“, heißt es in der Stellungnahme der Exekutive.

Im Zusammenhang mit der eingangs erwähnten Fragestellung seien vor allem drei Aspekte relevant. Erstens die Ermittlungstaktik: „Sobald polizeiliche Informationen medial bekannt werden, kann man auch davon ausgehen, dass der oder die Täter davon erfahren. Je mehr die Täterschaft von den Erkenntnissen der Polizei weiß, desto besser kann sie sich der Verfolgung entziehen. Das ist natürlich genau das ,Nicht-Ziel‘ von Ermittlungen.“

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Bei diesem Mordfall handelt es sich sicher um eine außergewöhnliche Tat, die auch vonseiten der Polizei außergewöhnlich Maßnahmen erfordert.

Landespolizeidirektor Andreas Pilsl

Informationen müssen abgesichert sein
Zweitens gesicherte Informationen: „Die Polizei genießt in der Bevölkerung ein sehr hohes Ansehen. Ein Mitgrund dafür ist, dass sie sich auf ihre Arbeit – in diesem Fall das Aufklären einer Straftat – konzentriert. Sich an diversen Spekulationen zu beteiligen und Gerüchte zu veröffentlichen, die ihren Wahrheitsbeweis noch nicht angetreten haben, würde zu Recht an der Professionalität der Polizei zweifeln lassen. Dementsprechend müssen Informationen, die von der Polizei veröffentlicht werden, sehr gut abgesichert sein. Werden sie veröffentlicht, können sich Bevölkerung wie Medienvertreter auf deren Richtigkeit verlassen“, wird in der Aussendung erläutert.

Schutz der Familie
Und drittens die Familie: „Die Hinterbliebenen durchleben eine Zeit, die sich die meisten Menschen nicht im Entferntesten vorstellen können. Zur großen Aufgabe, den unerklärlichen und gewaltsamen Tod eines Angehörigen verarbeiten zu müssen, kommt noch ein weiterer Todesfall in der Familie. Je mehr Details, die das höchstpersönliche Umfeld des Täters betreffen, medial breitgetreten werden, desto schwieriger wird den Hinterbliebenen die ohnehin schon große Aufgabe gemacht“, so der Abschluss.

Aus diesen Gründen ersuche die Polizei um Verständnis, dass weitere Ermittlungsdetails derzeit nicht bekannt gegeben und diverse Spekulationen grundsätzlich nicht kommentiert werden.

Wie geht es weiter?
Im Landeskriminalamt wurde eine eigene fachübergreifende Ermittlungsgruppe gebildet, die sich ausschließlich mit der Klärung dieses Falles beschäftigt. Dies sei bei derartigen aufsehenerregenden Fällen üblich, um die Ermittlungen so effektiv wie möglich zu gestalten. Die Ermittlungen würden weiterhin in enger und bewährter Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Linz stattfinden.

Landespolizeidirektor Andreas Pilsl sagt dazu: „Zunächst darf ich der Familie der Hinterbliebenen mein ausdrückliches Beileid aussprechen. Bei diesem Mordfall handelt es sich sicher um eine außergewöhnliche Tat, die auch vonseiten der Polizei außergewöhnliche Maßnahmen erfordert. Deshalb begrüße ich die Einrichtung der Ermittlungsgruppe und bedanke mich bei allen Ermittlern für die unzähligen arbeitsintensiven Stunden, die seit Bekanntwerden der Tat geleistet wurden.“

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