Auf das Ultimatum von US-Präsident Donald Trump, der mit der Zerstörung des iranischen Stromnetzes droht, sollte die Straße von Hormuz nicht in 48 Stunden wieder geöffnet werden, reagiert der Iran mit einer ähnlichen drastischen Antwort. „Wenn ihr die Stromversorgung angreift, greifen wir die Stromversorgung an“, erklärten die Revolutionsgarden am Montag.
Israelische Kraftwerke und die Stromversorgung von US-Stützpunkten am Persischen Golf würden ins Visier genommen, hieß es. Die faktische Blockade der Meerenge, durch die normalerweise ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases transportiert wird, hat bereits eine schwere Ölkrise ausgelöst. Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, stuft sie als sehr gravierend ein. Sie sei schwerer als die beiden Ölschocks in den 1970er-Jahren und die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Gasversorgung zusammen, so Birol.
Angriff hätte katastrophale Folgen – auch für Golfstaaten
Ein Angriff auf die Stromversorgung hätte für die Golfstaaten katastrophale Folgen, da Länder wie Bahrain und Katar ihren Trinkwasserbedarf zu 100 Prozent aus stromintensiven Meerwasserentsalzungsanlagen decken. In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind es mehr als 80 Prozent, in Saudi-Arabien 50 Prozent.
Ein Angriff auf die iranische Südküste oder die Inseln des Landes würde nach Angaben des iranischen Verteidigungsrates zudem zur Verminung der Seewege im Golf führen. Jeder Versuch eines Angriffs habe den Einsatz verschiedener Seeminen zur Folge, darunter auch von der Küste ausgesetzte treibende Minen, hieß es am Montag in einer von staatlichen Medien verbreiteten Erklärung. In diesem Fall werde der gesamte Golf für lange Zeit unpassierbar sein.
Ultimatum läuft in der Nacht auf Dienstag aus
Hintergrund ist ein Bericht des Nachrichtenportals „Axios“, wonach die USA eine Blockade oder Besetzung der wichtigsten iranischen Ölexport-Insel Kharg erwägen, um eine Öffnung der Straße von Hormuz zu erzwingen. Nicht Krieg führende Staaten können die Meerenge dem Rat zufolge weiterhin nur nach vorheriger Abstimmung mit dem Iran passieren.
Trump hatte der Führung in Teheran am Samstag ein Ultimatum gestellt: Sollte die strategisch wichtige Straße von Hormuz nicht binnen 48 Stunden wieder vollständig für die Schifffahrt geöffnet werden, würden die USA iranische Kraftwerke vernichten. Die Frist läuft um 00.45 Uhr MEZ in der Nacht zum Dienstag ab.
Schah-Sohn fordert Trump zum Umdenken auf
Auch wenn Reza Pahlavi das US-Vorgehen gegen die Führung in Teheran befürwortet, geht dem Schah-Sohn die Drohung Trumps offenbar ebenfalls zu weit. Der US-Präsident sollte diese überdenken, appellierte der von monarchistischen Gruppierungen als politischen Anführer der Opposition gesehene Exil-Iraner an das Weiße Haus. „Das Regime muss demontiert werden, Iran selbst aber geschützt bleiben“, so Pahlavi auf der Kurznachrichtenplattform X. Er bestand darauf, dass zivile Infrastruktur verschont bleibe.
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