Talfahrt wegen Krieg

Keine Entspannung: Asiatische Börsen schmieren ab

Wirtschaft
23.03.2026 06:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Eskalation in Nahost hat die Börsen in Asien am Montag auf Talfahrt geschickt, während die Renditen von US-Staatsanleihen auf ein Achtmonatshoch kletterten. Grund waren Drohungen zwischen den USA und dem Iran sowie die Aussicht auf wochenlange Kämpfe in Israel. 

Der Iran hatte am Sonntag gedroht, die Energie- und Wassersysteme seiner Nachbarn am Golf anzugreifen, falls US-Präsident Donald Trump seine Drohung wahr mache, binnen 48 Stunden das Stromnetz des Iran lahmzulegen, falls die Straße von Hormuz geschlossen bleibe.

Asiatische Börsen im Minus
Der japanische Nikkei-Index fiel um 3,9 Prozent, der südkoreanische Markt gab um 4,5 Prozent nach. Für Europa deuteten die Terminkontrakte auf den EuroStoxx 50 und den Dax ebenfalls auf Verluste von jeweils 1,2 Prozent hin.

Die Ölpreise zeigten sich unruhig. Die Sorte Brent verbilligte sich um 0,2 Prozent auf 111,90 Dollar je Barrel, notierte auf Monatssicht jedoch immer noch 55 Prozent im Plus. „Der Krieg könnte noch viele Wochen andauern und den Ölpreis auf 150 Dollar pro Barrel treiben“, sagte Shane Oliver, Anlagestratege beim Fondsmanager AMP.

Der Inflationsschub durch die steigenden Energiepreise hat die Hoffnung der Märkte auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik zunichtegemacht. Stattdessen werden nun Zinserhöhungen in den meisten Industrieländern eingepreist. Dies trieb die Anleiherenditen in die Höhe. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichten mit 4,4110 Prozent ein Achtmonatshoch. Sie lagen damit 44 Basispunkte höher als zu Beginn des Krieges vor vier Wochen.

US-Dollar profitiert von Krieg
Von der erhöhten Volatilität an den Märkten profitierte der US-Dollar, der als sicherer Hafen gilt. Die USA sind zudem Netto-Energieexporteur, was ihnen einen relativen Vorteil gegenüber Europa und einem Großteil Asiens verschafft. Der Euro gab leicht auf 1,1555 Dollar nach. Der Dollar notierte gegenüber dem Yen unverändert bei 159,15 und damit nur knapp unter einem 20-Monats-Hoch. Der Goldpreis legte um 0,4 Prozent auf 4511 Dollar je Feinunze zu. In der vergangenen Woche hatte das Edelmetall jedoch an Wert verloren, da die Anleger auf weltweit höhere Zinsen setzten.

Die Karte zeigt Angriffe auf Energieanlagen am 18. und 19. März im Nahen Osten. Markiert sind israelische Angriffe auf das Gasfeld South Pars und iranische Gegenschläge auf Anlagen in Saudi-Arabien, Katar und Kuwait. Quelle: APA.

Und eine Entspannung scheint nicht in Sicht. Goldman Sachs hat seine Prognose für den durchschnittlichen Preis der Rohölsorte Brent im Jahr 2026 auf 85 von 77 Dollar je Barrel angehoben. Für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) werde nun ein Preis von 79 statt 72 Dollar erwartet, teilte die US-Investmentbank Sonntagabend mit. Als Grund nannte die Bank die Unsicherheit über die Dauer der Krise im Nahen Osten.

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