Es ist wie verhext, mit der Annenpassage: Nachdem die Grazer Grünen mit einer Fahrradgarage ein neues Konzept für die leer stehende Unterführung auf den Tisch legten, erteilt der Eigentümer der Idee eine Absage. Stattdessen wagt man einen neuen Anlauf mit Geschäftsflächen.
Die Idee klang vielversprechend: Die Grazer Annenpassage, die seit Jahren einem Geisterkeller gleicht, solle als Fahrradgarage genutzt werden, schlug Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) vor. Die Unterführung an einem der wichtigsten Knotenpunkte der Stadt würde die Drahtesel vor Witterung und Diebstahl schützen – gleichzeitig würde man bestehende Flächen wiederbeleben, anstatt neue zu versiegeln.
Doch der Eigentümer der Passage, die Hotel-Europa-Graz-Gesellschaft mit Sitz in Wien, teilte diese Vision nicht und erteilte Schwentner eine Absage. „Die Idee ist vom Tisch“, bestätigt Andreas Lachner-Zenker, „eine Fahrradgarage lässt sich in der Lage wirtschaftlich nicht darstellen.“
„Die vorläufige Absage der Eigentümer ist aus unserer Sicht sehr bedauerlich“, sagt Schwentner, „internationale Beispiele wie Utrecht zeigen, wie attraktiv solche Lösungen sind – für Radfahrer und Radfahrerinnen genauso wie für den Handel vor Ort. Eine solche Anlage wäre auch ein wichtiger Frequenzbringer für die künftigen Geschäfte gewesen.“
Wir hätten uns als Stadt aktiv in die Planung eingebracht, weil wir überzeugt sind: Eine Radgarage in der Annenpassage wäre ein echter Gewinn für Graz gewesen.

Judith Schwentner
Grazer Vizebürgermeisterin (Grüne)
Bild: Christian Jauschowetz
Action eröffnet in der Annenpassage
Damit liefert sie auch das passende Stichwort: Mit neuen Geschäften, die in den nächsten Monaten sukzessive eröffnet werden, soll die Passage endlich wieder zum Flanieren einladen. Den Anfang macht der Discounter Action. „Die Umbauarbeiten für den ersten Bauabschnitt sind bereits in vollem Gange“, heißt es. Man will eine „zeitgemäße, lebendige und attraktive Adresse für den Einzelhandel“ schaffen.
Schwentner schaut sich indes nach Alternativen um: „Ich halte das für eine vertane Chance und hoffe sehr, dass wir hier noch einmal gemeinsam ins Gespräch kommen. Gleichzeitig werden wir auch nach anderen geeigneten Standorten suchen, um das Vorhaben in Graz umzusetzen.“
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