Raketen auf Natanz

Israel und USA bombardieren Atomanlage im Iran

Außenpolitik
21.03.2026 11:07
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die USA und Israel haben im Iran in der Nacht auf Samstag die Atomanlage Natanz ins Visier genommen. Trotz mehrerer Raketentreffer ist der iranischen Atomenergiebehörde zufolge „kein Austritt radioaktiven Materials gemeldet“ worden.  Die USA und Israel haben den Angriff bislang noch nicht bestätigt.

Es bestehe laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim angeblich auch keine Gefahr für in der Nähe lebende Menschen. Die schwer gesicherte Atomanlage Natanz liegt im Zentrum des Landes rund 250 Kilometer südlich von Teheran und war bereits Anfang März Ziel von israelischen und US-Luftangriffen geworden. Ihre Existenz wurde 2002 enthüllt. Sie besteht aus einer oberirdischen und einer unterirdischen Anlage zur Urananreicherung mit insgesamt fast 70 Kaskaden, in denen Zentrifugen hintereinander geschaltet sind. Insgesamt gibt es mehr als 10.000 Einzelzentrifugen.

In der Nacht und am Samstag in der Früh gab es nach israelischen Militärangaben außerdem Raketenangriffe aus dem Iran auf Israel. Rettungskräfte seien unterwegs zu mehreren Einschlagsorten im Großraum Tel Aviv, teilte die Armee mit. Es gab Bilder der Zerstörung, aber keine Berichte zu Verletzten.

Am Freitag hatte es bei einem iranischen Raketenangriff erneut einen Einschlag in der Jerusalemer Altstadt gegeben. Nach Medienberichten war ein Raketenteil im jüdischen Viertel eingeschlagen, unweit auch der heiligen Stätten des Islams und des Christentums.

Die Atomanlage Natanz im Zentrum des Iran
Die Atomanlage Natanz im Zentrum des Iran(Bild: AFP/-)

Iran greift US-britischen Militärstützpunkt an
Der Iran feuerte einem Zeitungsbericht zufolge zwei Mittelstreckenraketen auf den US-britischen Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean ab. Keine der Raketen habe jedoch die Basis getroffen, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf mehrere US-Regierungsvertreter. Ein Flugkörper sei während des Fluges ausgefallen, während ein US-Kriegsschiff eine Abfangrakete auf den anderen abgefeuert habe. Wie die Zeitung weiter berichtet, ist unklar, ob der Abschuss der zweiten Rakete erfolgreich war. Wann genau der Angriff stattfand, ließ die Zeitung offen. Stellungnahmen der Regierungen in Washington und London lagen zunächst nicht vor.

Iran warnt die Vereinigten Arabischen Emirate
Der Iran warnte indes die Vereinigten Arabischen Emirate davor, Angriffe von ihrem Territorium aus auf zwei strategisch wichtige Inseln nahe der Straße von Hormuz zuzulassen. Sollte es vom emiratischen Staatsgebiet aus „zu weiteren Aggressionen gegen die iranischen Inseln Abu Musa und Große Tunb im Persischen Golf kommen, werden die schlagkräftigen iranischen Streitkräfte Ras al-Khaimah in den VAE mit schweren Angriffen überziehen“, erklärte das zentrale Einsatzkommando der iranischen Armee, Khatam al-Anbiya, am Samstag.

Die Inseln Abu Musa und Große Tunb liegen im Persischen Golf westlich der Straße von Hormuz, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft. Der Iran kontrolliert die beiden Golfinseln seit 1971, sie werden aber seit Jahrzehnten auch von den Vereinigten Arabischen Emiraten beansprucht.

Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar ist die Straße von Hormuz durch das iranische Militär de facto gesperrt. Der Iran wirft den Golfstaaten vor, US-Streitkräften Angriffe von ihrem Territorium aus zu erlauben. Die Golfstaaten haben diese Anschuldigungen mehrfach zurückgewiesen.

Offenbar Drohnenangriff auf Wohnviertel in Bagdad
Irakischen Sicherheitskreisen zufolge wurde indes auch ein Wohnviertel in Iraks Hauptstadt Bagdad Ziel eines Drohnenangriffs. Eine Drohne schlug am Samstag in einem bei der irakischen Oberschicht und ausländischen Diplomaten beliebten privaten Sportklub ein. Der Angriff einer weiteren Drohne richtete sich demnach gegen „ein Kommunikationsgebäude“.

In dem Gebäude ist den Angaben zufolge eine irakische Sicherheitsbehörde untergebracht, die im Rahmen der von den USA angeführten internationalen Koalition gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat mit US-Beratern im Irak zusammenarbeitet. Weitere Angaben zu dem Drohnenangriff wurden zunächst nicht gemacht.

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