Förderung als Erfolg?

„Schnitzelprämie“ rettet Wirte oft auch nicht mehr

Niederösterreich
15.05.2026 15:00

Jedes fünfte Lokal, das in Niederösterreich die Wirtshausprämie des Landes erhalten hat, musste dennoch zusperren. Bleibt diese Förderung auch in Zukunft erhalten?

O’zapft is! Unter diesem Motto haben Johanna Mikl-Leitner und Udo Landbauer vor zweieinhalb Jahren ein Paket an Förderungen für die heimische Gastronomie präsentiert. Ein wesentlicher Bestandteil: die Wirtshausprämie in der Höhe von 10.000 Euro.

10.000 Euro beträgt die derzeitige Wirtshausprämie.
10.000 Euro beträgt die derzeitige Wirtshausprämie.(Bild: Markus Wenzel)

Überlebenskampf der Wirte
Das Geld sollte „Anreiz für die Aufrechterhaltung, Übernahme und Revitalisierung“ von Gasthäusern sein, wie Landeshauptfrau und Landesvize damals betonten. Und eine Unterstützung für bodenständige Kulinarik mit regionalen Zutaten. Allerdings: Ob die Prämie als Erfolgsgeschichte in die Annalen eingehen wird, sei dahingestellt. In den vergangenen beiden Jahren haben 57 Wirtshäuser diesen Fördertopf „angezapft“ – jeder fünfte davon musste aber, wie das Nachrichtenmagazin „profil“ jetzt berichtete, schon wieder zusperren.

Politik sieht Prämie als Erfolg
Hat sich die Subvention also unterm Strich bezahlt gemacht? Johanna Mikl-Leitner rechnet in größeren Dimensionen: 1600 Gastro-Betriebe in NÖ hätten in den vergangenen Jahren Investitionen in der Höhe von 78 Millionen Euro gestemmt – und das mit Förderungen von 14 Millionen Euro. „Die Wirtshausprämie macht da lediglich vier Prozent aus“, so die Landeshauptfrau. Und Landbauer betont, es sei durchaus als Erfolg zu werten, wenn 80 Prozent der mit der Prämie geförderten Lokale überlebt haben: „Denn wenn das Wirtshaus zusperrt, verliert ein Ort seine Identität.“

57 Wirte haben den Fördertopf in den vergangenen zwei Jahren „angezapft“.
57 Wirte haben den Fördertopf in den vergangenen zwei Jahren „angezapft“.(Bild: Markus Wenzel)

Bis Jahresende befristet
Für den Landesvize steht zudem fest, es reiche nicht, nur das Wirtshaussterben zu beklagen, es brauche auch den politischen Willen, bodenständige Gastronomie zu erhalten: „Die Wirtshauskultur muss uns etwas wert sein.“ Wieviel, das wird sich erst herausstellen. Denn im St. Pöltner Regierungsviertel wird gerade an einer neuen Tourismusstrategie getüftelt.

Ob auch die Wirtshausprämie darin Platz findet, steht noch nicht fest. Sie ist jedenfalls – wie alle Wirtschaftsförderungen – aktuell bis zum Ende des Kalenderjahres befristet.

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