Alarmierender Befund

14 von 15 Fischproben im Ländle PFOS-kontaminiert

Chronik
15.05.2026 14:35
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Ein Bericht des Vorarlberger Umweltinstituts lässt aufhorchen: Demnach überschreiten 14 von 15 untersuchten Fischproben aus dem Ländle die geltende Umweltqualitätsnorm für PFOS, einer besonders problematischen Einzelchemikalie aus der großen PFAS-Gruppe. SPÖ-Umweltsprecher Reinhold Einwallner sieht dringenden Handlungsbedarf.

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) ist ein Sammelbegriff für über 10.000 synthetische Industriechemikalien. Wegen ihrer extremen Stabilität gegenüber Wasser, Fett und Hitze werden sie auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, da sie sich in der Umwelt und im menschlichen Körper anreichern. Mit potenziell dramatischen Folgen, denn die Stoffe stehen im Verdacht, Krebs, Fruchtbarkeitsprobleme und Leberschäden zu verursachen.

PFOS-Hotspots Bodensee und Rheintalbinnenkanal 
Als besonders toxisch gilt Perfluoroctansulfonat (PFOS) – und genau diese Chemikalie findet sich offenbar in besorgniserregender Konzentration in den meisten in Vorarlberg gefangenen Fischen. Die höchsten PFOS-Werte wurden laut Umweltinstitut bei Fischen aus dem Bodensee und dem Rheintalbinnenkanal festgestellt. Aber auch in anderen untersuchten Gewässern wurden PFOS-Belastungen in Fischen nachgewiesen. Es ist nicht der erste Nachweis von PFAS im Ländle: So hat das Umweltinstitut in früheren Studien in knapp 80 Prozent von in Vorarlberg gezogenen Bodenproben PFAS-Chemikalien gefunden – die dabei erhobenen Werte waren mit die höchsten in Österreich.

Keine akute Gefahr für Gesundheit
Wichtig zu betonen: Zwar liegen die Werte der Fischproben über der Umweltqualitätsnorm, allerdings dennoch deutlich unter den geltenden lebensmittelrechtlichen Höchstwerten – wer viel Fisch aus dem Ländle isst, braucht also nicht gleich zum Arzt zu rennen. Bei SPÖ-Umweltsprecher Reinhold Einwallner läuten dennoch die Alarmglocken: „Wenn Ewigkeitschemikalien in Fischen nachweisbar sind und 14 von 15 Proben über der Umweltqualitätsnorm liegen, dann muss die Landesregierung handeln. Die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger haben ein Recht darauf zu wissen, woher diese Belastungen kommen und was dagegen unternommen wird.“

Zitat Icon

Wenn Ewigkeitschemikalien in Fischen nachweisbar sind und 14 von 15 Proben über der Umweltqualitätsnorm liegen, dann muss die Landesregierung handeln.

Reinhold Einwallner, SPÖ-Umweltsprecher

Umfassende Landtagsanfrage
Um Licht ins Dunkel zu bringen, hat Einwallner eine 23 Punkte umfassende Landtagsanfrage eingereicht. Unter anderem will er klären, welche Eintragsquellen bekannt sind, warum Fische aus bestimmten Gewässern besonders belastet sind und wie Konsumentinnen und Konsumenten informiert werden. Besonders Augenmerk legt die Anfrage zudem auf den Schutz sensibler Gruppen wie Kinder, Schwangere und Stillende. „Die Landesregierung muss sagen, wie die Situation genau aussieht. Wer Verantwortung trägt, muss für klare Informationen und wirksame Maßnahmen sorgen“, betont der SPÖ-Landtagsabgeordnete.

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