Collien Fernandes (44) hat ihren Ex‑Mann Christian Ulmen (50) angezeigt, weil er über Jahre hinweg mutmaßlich Fake-Accounts und Sexchats in ihrem Namen betrieben haben soll. Vor dem Hintergrund dieser Anschuldigungen rücken jetzt erneut frühere Aussagen Ulmens in den Fokus.
In dem Podcast „Hörbar Rust“, moderiert von Bettina Rust (58), schilderte er selbst einem Bericht der „Bild“ zufolge bereits 2022, wie er als Jugendlicher kostenpflichtige Telefonate mit sexuellem Inhalt geführt habe. Die Folge wurde 2024 erneut ausgestrahlt.
Am Telefon als Frau ausgegeben
Ulmen berichtete darin demnach, er habe sich im Alter von etwa 14 bis 16 Jahren am Telefon als Frau ausgegeben und über sogenannte 0190-Nummern Kontakte zu Männern hergestellt.
Weil er noch nicht im Stimmbruch war, sei dies glaubhaft gewesen. Er habe den Gesprächspartnern anschließend seine private Telefonnummer gegeben und für weitere Gespräche ein Entgelt von 30 D-Mark verlangt, das in einigen Fällen auch überwiesen worden sei.
Nach eigenen Angaben verstand Ulmen diese Praxis nicht als Täuschung, sondern als Gegenleistung für ein gewünschtes Erlebnis. Die Gesprächspartner seien jedoch davon ausgegangen, mit einer erwachsenen Frau zu sprechen. In dem Podcast schilderte er zudem, dass die Gespräche teilweise auch ungewöhnliche Wünsche der Anrufer beinhalteten.
Er führte die Gespräche zunächst alleine Zuhause, später entwickelte sich das Ganze aber zu einer Party-Unterhaltung für Freunde, die er dabei zuhören ließ. Dabei seien hohe Telefonkosten entstanden. Ulmen nannte einen Betrag von rund 2800 D-Mark in einer Nacht. Der Vorfall habe ihm großen Ärger eingebracht.
Anzeige in Spanien erstattet
Am Donnerstag wurde bekannt, dass Collien Fernandes ihren Ex‑Mann in Spanien angezeigt hat – sie lebt auf Mallorca. Laut ihrer Darstellung geht es dabei um den Verdacht der widerrechtlichen Aneignung des Personenstands, des Geheimnisverrats, der öffentlichen Beleidigung, wiederholter Misshandlung sowie schwerer Drohungen. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
Noch am selben Tag veröffentlichte Fernandes auf Instagram ein Textkarussell, in dem sie die Vorwürfe ausführlicher schildert. Darin beschreibt sie unter anderem eine Person, die angeblich Fake‑Profile in ihrem Namen erstellt und damit vor allem Männer kontaktiert habe. Diesen seien Nacktfotos und Sexvideos geschickt worden, die den Eindruck erwecken sollten, sie stammten von ihr. „Die Person telefonierte mit den Männern (mit KI-generierter Stimme von mir), irgendwann ging es über in Telefonsex“, schreibt Fernandes, die in dem Text auch den Namen ihres Ex-Mannes nennt.
Ulmens Anwalt sprach von der Verbreitung „unwahrer Tatsachen“ und einer „unzulässigen Verdachtsberichterstattung“ und kündigte rechtliche Schritte gegen den „Spiegel“ an, der zuerst über die massiven Anschuldigungen berichtete. Das Thema beschäftigt nun nicht nur Deutschland, sondern erregt die Gemüter auch in Österreich. In Deutschland reagierte die Politik in der Zwischenzeit.
Deutschlands Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte an, mit einem neuen Gesetz Strafbarkeitslücken im Fall von digitaler Gewalt zu schließen. Den Sendern RTL und ntv sagte sie: „Wir wollen dafür sorgen, dass sich Täter nicht mehr sicher fühlen können, sondern dass sie damit rechnen müssen, dass sie bekannt und wirksam strafrechtlich verfolgt werden.“
„Herr Lehmann“ auf Abwegen
Christian Ulmen zählt als Moderator und Schauspieler zu den bekanntesten Gesichtern Deutschlands. Seinen Durchbruch feierte er 2003 mit der Hauptrolle in „Herr Lehmann“. Ab 2012 stand er gemeinsam mit Nora Tschirner als Ermittlerduo Lessing und Dorn für den „Tatort“ vor der Kamera.
Ulmen war zweimal verheiratet: Aus seiner ersten Ehe mit Huberta stammt ein Sohn; die Beziehung endete 2010 nach fünf Jahren. 2011 heiratete er Collien Fernandes, mit der er eine Tochter hat. Im September 2025 gab das Paar seine Trennung bekannt. Die Ehe wurde im März 2026 geschieden.
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