Witwe vor U-Ausschuss

Viele Fragen zu „Zeitdruck“ bei Handy-Übergabe

Innenpolitik
07.05.2026 09:45

Mit einiger Spannung wird am Donnerstag der Auftritt von Christian Pilnaceks Witwe Caroline List erwartet. Zuvor wird am Vormittag noch Stefan Pfandler, der Leiter des Landeskriminalamts Niederösterreich, befragt. Dabei dürfte es vor allem um Ungereimtheiten rund um die Nicht-Sicherstellung des Handys von Pilnacek gehen – und warum dieses sofort der Witwe übergeben wurde. 

Von einer „affenartigen Geschwindigkeit“ sprach die Fraktionsführerin der Grünen, Nina Tomaselli, in Bezug auf die Handy-Übergabe an die Witwe Christian Pilnaceks – die das Gerät später laut eigener Aussage mit einem Bunsenbrenner vernichtete.

„Warum dieser Zeitdruck?“
NEOS-Fraktionsführerin Sophie Wotschke untermauerte dies auch mit Zahlen, in nur 1,5 Stunden nach der ersten Kontaktaufnahme sei das Handy bereits dem Anwalt der Witwe übergeben worden. Auch habe dieser eigeninitiativ Kontakt zu „hochrangigen Polizeibeamten“ aufgenommen: „Warum dieser Zeitdruck?“

Christian Pilnaceks privates Handy ist Thema im Untersuchungsausschuss.
Christian Pilnaceks privates Handy ist Thema im Untersuchungsausschuss.(Bild: APA/EXPA/JOHANN GRODER)

Dazu will man nicht nur den Polizeibeamten, sondern auch die Witwe Pilnaceks, die als Präsidentin des Oberlandesgerichts Graz tätig ist, befragen. FPÖ-Fraktionsführer Christian Hafenecker kündigte zwar einen „pietätvollen Umgang“ mit der Witwe an, sprach allerdings in seinem Eingangsstatement sehr wohl von der „bemerkenswerten Handyvernichtung“. 

„Hinter dem Rücken der Staatsanwaltschaft“
SPÖ-Fraktionsführer Kai Jan Krainer ging, was die Rolle der Polizei bei der Handyübergabe anging, sogar noch einen Schritt weiter: Diese habe in dem Zusammenhang „für List gearbeitet“: „Handy und andere Gegenstände wurden hinter dem Rücken der Staatsanwaltschaft ausgehändigt.“

Scharfe Kritik am Untersuchungsausschuss selbst gab es einmal mehr vom ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger. Dieser sprach von einem „FPÖ-Geldverschwendungsausschuss“ und verlangte, dass sich die Freiheitlichen bei der Polizei entschuldigen sollten. 

Witwe wollte Ausschluss der Öffentlichkeit
Pilnaceks Witwe hatte im Vorfeld der Befragung versucht, den Ausschluss der Öffentlichkeit zu erreichen. Dies wurde allerdings mittlerweile abgelehnt, List wird medienöffentlich befragt. 

Man ist sich „vollkommen bewusst“, dass es für die Präsidentin des Landesgerichts für Strafsachen Graz „ein schwieriger Tag sein wird“, so Hafenecker. Man werde aber die „nötige Sachlichkeit an den Tag legen“. Außerdem habe List selbst nach dem Ableben ihres Mannes den Weg zu den Medien gesucht. Es werde „sicherlich“ keine „Sonderbehandlung“ für List geben, betonte auch Grünen-Fraktionsführerin Nina Tomaselli und versicherte eine öffentliche Befragung: „Dinge aus dem Privatleben haben sowieso keinen Platz und sind auch nicht Gegenstand des U-Ausschusses“.

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