Prozess in Linz

Postenschacher-Causa: „Es gab schon Gerüchte“

Oberösterreich
19.03.2026 12:00
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Tag neun im Prozess wegen Amtsmissbrauchs gegen ÖVP-Klubobmann August Wöginger und zwei Finanzbeamte, die zudem noch wegen falscher Beweisaussage in Linz vor Gericht stehen. Auf dem Programm stehen am Donnerstag die Aussagen von sieben Zeugen.

Wöginger und den Mitangeklagten wird – wie mehrfach berichtet – . vorgeworfen, 2017 einem ÖVP-Bürgermeister, nachdem er den Vorstandsposten für das Finanzamt Freistadt nicht erhalten hat, diesen Spitzenjob für das Finanzamt Braunau verschafft zu haben. Ex-Kabinettschef und Generalsekretär im Finanzministerium Thomas Schmid soll entsprechend nachgeholfen haben.

Unterlege bekam Entschädigung
Mit der „parteipolitisch motivierten“ Postenbesetzung sei laut Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) zugleich die beste Bewerberin Christa Scharf ausgebremst worden. Im April 2021 hatte das BVwG festgestellt, dass sie „erheblich höher“ qualifiziert war als der Bürgermeister, und sprach ihr eine Entschädigung wegen Diskriminierung zu.

Richter wurde  geladen
Den Finanzbeamten als Mitglieder der Begutachtungskommission für den Posten in Braunau wird vorgeworfen, als Zeugen vor dem BVwG nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Der Richter am BVwG soll dazu Donnerstagnachmittag aussagen.

Der Erstangeklagte, der Kommissionsvorsitzende, hatte versichert, trotz eigener ÖVP-Nähe nicht parteipolitische Orientierung oder das Geschlecht, sondern sachliche Kriterien bei Personalentscheidungen herangezogen zu haben. Der Zweitangeklagte, ein einfaches Kommissionsmitglied, wiederum stellte Schmids Einflussnahme – angeblich auf Geheiß Wögingers – bei seiner Wahl in Abrede. Er bestätigte zwar die Intervention, will aber nicht danach gehandelt haben.

Ex-Vorstand hörte Gerüchte
Der langjährige Vorgesetzte und Vorstand des Finanzamtes Braunau war in seiner Aussage am Vormittag voll des Lobes über Scharf. Er beschrieb ihr Auftreten als „untadelig“, ihre Arbeit als Fachvorständin sei „tadellos“ gewesen. Dementsprechend habe er den Vorgesetztenbericht zu Scharf für ihre Bewerbung um seine Nachfolge verfasst. Zu dem Zeitpunkt habe er aber schon „was läuten gehört“, dass bereits eine bestimmte Person für den Posten vorgesehen war. Er habe auch gewusst, wer es war. Dass nicht der „unbedingt Geeignetste“ zum Zug gekommen sei, habe er bedauert.

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