Ex-Betreuer über Opfer

„Beide sind immer nur positiv aufgefallen“

Oberösterreich
19.03.2026 05:00

Die Volkshilfe Oberösterreich hatte beide Linzer Stichopfer nach ihrer Flucht nach Österreich betreut. Die von einem verdächtigen Kroaten blindwütig attackierten Afghanen werden von ehemaligen Betreuern als Musterbeispiele für gelungene Integration beschrieben.

Der 24-jährige Mahdi P., der Samstagabend in der Linzer Bismarckstraße Opfer eines lebensgefährlichen Messer-Amoklaufs geworden war, durfte am Mittwoch das Unfallkrankenhaus wieder verlassen. Er wird nun daheim von seinem Bruder und Freunden betreut.

Die Stichwunde, die ihm ein 34-jähriger Kroate zugefügt hatte, nachdem Mahdi P. und dessen Freunde Mahmoud (26) und Ibrahim (21) einem älteren Autofahrer beigestanden waren, heilt offenbar zur Zufriedenheit der Ärzte.

Wunde vom Ohr zur Kehle
Dank einer Notoperation war es Chirurgen gelungen, das Leben des jungen Afghanen zu retten. Die Stichwunde reicht vom Ohr bis zur Kehle. Wäre die Klinge nur wenige Millimeter weitergeführt worden, wäre der 24-Jährige vermutlich tot.

Der schwer verletzte Mahdi P. durfte am Mittwoch das UKH Linz wieder verlassen.
Der schwer verletzte Mahdi P. durfte am Mittwoch das UKH Linz wieder verlassen.(Bild: Jürgen Pachner, Krone KREATIV)

Die psychischen Folgen des Attentats auf ihn und seinen Freund und Landsmann Mahmoud A., dem der Verdächtige – laut Obduktion – einen heftigen Stich ins Brustbein versetzt hatte, sodass er innerlich verblutete, sind gravierend. Schon vier Tage lang fand er trotz Tabletten keinen Schlaf mehr. Er hat die schrecklichen Bilder vom Samstag ständig vor Augen.

Psychologische Hilfe angeboten
Seitens der Volkshilfe bekamen Mahdi, Ibrahim und Mahmouds Bruder Safi nun psychologische Hilfe angeboten. Letzterer musste diese vorerst jedoch ablehnen, da er nun intensiv mit der Organisation der Überstellung des Leichnams seines Bruders nach Kabul beschäftigt ist. Die Kosten dafür sind enorm. Der bekannte Kabarettist Benedikt Mitmannsgruber hat – wie berichtet – deshalb auf Instagram einen Spendenaufruf gestartet.

Unterricht und Paten
Laut Ex-Volkshilfe-Geschäftsführer Christian Schörkhuber waren die Afghanen in jungen Jahren zunächst rund um die Uhr in einer Volkshilfe-Wohneinrichtung intensiv betreut worden. Sie erhielten Deutschunterricht, Hilfe beim Hauptschulabschluss und bei der Suche nach Lehrstellen.

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Es ist sehr traurig, dass das passierte, weil Mahmoud und Mahdi Zivilcourage gezeigt hatten. Wir betreuten sie, als sie 2015 als unbegleitete Flüchtlinge kamen.

Christian Schörkuber, Ex-Volkshilfe-Chef OÖ

Auch ehrenamtliche Paten wurden für sie organisiert, die mit ihnen auch Freizeitaktivitäten unternahmen. Ihre aktuellen Jobs (Tankwart und Staplerführer) hatten sich beide auf Eigeninitiative besorgt. „Sie sind eigentlich immer nur positiv aufgefallen, waren motiviert und bereit, sich fortzubilden“, betont Volkshilfe-Flüchtlingskoordinator Ekber Gercek.

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