Sprachbarrieren, eine skurrile Geschichte und am Ende eine Diversion: So könnte man einen am Donnerstag am Landesgericht Linz stattgefundenen Prozess beschreiben. Vor dem Kadi stand ein Deutschtrainer (60), der Tausende Euro von einem Iraker kassierte, dafür aber keine Leistung erbrachte. Das Geld hat er trotzdem ausgegeben.
Online wurde ein irakisch-stämmiger Lkw-Fahrer (40) aus Linz im August des Vorjahres auf einen Deutschkurs aufmerksam, der mit einer Prüfung auf B1-Niveau enden sollte. In insgesamt sieben Überweisungen zahlte er dem Deutschtrainer (60) – ein Österreicher mit Migrationshintergrund – 7000 Euro, ein Kurs fand jedoch nie statt.
Viel Geld, keine Leistung
Deshalb musste sich der 60-Jährige am Landesgericht Linz verantworten. Er war an einem früheren Prozesstag einvernommen worden und teilte mit, dass er den Betrag bereits ausgegeben hätte. Am Donnerstag kam die Freundin des Geschädigten zu Wort. Sie konnte nicht erklären, warum so viel Geld ohne Leistung geflossen sei.
Diversion für Angeklagten
Die Richterin bot dem 60-Jährigen schließlich eine Diversion an, wofür die Rückzahlung der Schadenssumme Bedingung sei. Darauf der Angeklagte, der bis aufs Existenzminimum gepfändet wird: „Bitte bestrafen Sie mich. Ich gehe ins Gefängnis, kein Problem.“ Erst als ihm die Staatsanwältin erklärt, dass er das Geld auch im Falle einer Verurteilung zahlen muss, stimmt er dem Vergleich zu.
Zum Schluss entschuldigt er sich auf Anraten der Richterin noch beim Geschädigten: „Wir waren doch immer Freunde.“
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