Unwirtliche Zustände

Brand bringt Pannen-Kriegsschiff an seine Grenzen

Ausland
17.03.2026 22:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Zustände auf dem größten Flugzeugträger der USA haben sich offenbar weiter verschlechtert. Über 30 Stunden kämpften Matrosen vergangene Woche auf der USS Gerald R. Ford gegen ein verheerendes Feuer, das in der Hauptwäscherei des Schiffes ausgebrochen war. Die Folgen für die Besatzung sind gravierend. 

Mehr als 600 Seeleute und Crewmitglieder haben ihre Kojen verloren und müssen seither unter prekären Bedingungen auf Böden und Tischen schlafen, wie Militärvertreter der „New York Times“ bestätigten.

Das Feuer selbst soll laut zwei Offiziellen im Abluftkanal eines Trockners in der Wäscherei ausgebrochen sein und sich von dort rasch ausgebreitet haben. Obwohl das Zentralkommando in einer Erklärung betonte, dass es „keine Schäden am Schiffsantrieb“ gab und der Flugzeugträger „voll einsatzfähig“ bleibe, sind die internen Probleme nicht zu übersehen.

Hygiene leidet unter Vorfall
Das US-Militärkommando sprach offiziell von zwei Matrosen mit „nicht lebensbedrohlichen Verletzungen“. Personen an Bord berichten jedoch, dass fast 200 Angehörige der Streitkräfte Rauchgasvergiftungen erlitten hätten.

Zu allem Überfluss können viele der 4500 Matrosen seit dem Brand ihre persönliche Wäsche nicht mehr waschen, was die hygienischen Zustände an Bord zusätzlich erschwert. 

Toiletten sind ständig verstopft
Der Brand ist nur das jüngste Kapitel in einer langen Reihe von Wartungsproblemen auf dem neuesten und teuersten Flugzeugträger der US-Marine. Berüchtigt sind die ständigen Probleme mit den 650 Toiletten an Bord, deren unterdimensionierte und schlecht konzipierte Abwasserrohre häufig verstopfen. 

Eine für Anfang dieses Jahres geplante, dringend notwendige Generalüberholung und Nachrüstung in einer Marinewerft in Virginia wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, so Militärbeamte. Das hat wohl mit dem straffen Einsatzplan zu tun.

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die extreme Belastung, der das Schiff und seine Besatzung ausgesetzt sind. Die „Ford“ befindet sich bereits im zehnten Monat ihres Einsatzes – eine außergewöhnlich lange Zeit, die an die Substanz geht.

Ursprünglich war der Flugzeugträger im Mittelmeer stationiert, wurde aber am 24. Oktober auf Befehl von Kriegsminister Pete Hegseth eilig in die Karibik verlegt. Ziel war es, den Druck im Rahmen der politischen Kampagne von Präsident Trump auf den venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro zu erhöhen. Von dort aus wurde das Schiff umgehend in den Nahen Osten beordert, um im US-israelischen Krieg gegen den Iran zu helfen.

Die Karte zeigt Angriffe im Nahen Osten seit dem 28. Februar. Luftangriffe der USA und Israels konzentrieren sich auf den Iran. Raketen- und Drohnenangriffe durch Iran und Verbündete betreffen vor allem Israel, Kuwait, Bahrain, Katar und die Vereinigten Emirate. Zwei US-Flugzeugträger befinden sich im Mittelmeer und im Arabischen Meer. Quelle: ISW/CNN.

Die Kommunikation mit der Besatzung ist unter Kriegsbedingungen stark eingeschränkt, da die Schiffe aus Sicherheitsgründen „dunkel“ bleiben und den Funkverkehr minimieren, um ihre Position nicht zu verraten. Der „New York Times“ sei es aber gelungen, Offiziere und Matrosen unter der strikten Bedingung der Anonymität zu den Zuständen an Bord zu befragen.

Immerhin gibt es einen Hoffnungsschimmer für die erschöpfte Besatzung. Ein Militärvertreter räumte ein, dass sich das Pentagon der Belastungsgrenze des Trägers bewusst sei.

Die USS Gerald R. Ford ist der größte Flugzeugträger der Welt
Die USS Gerald R. Ford ist der größte Flugzeugträger der Welt(Bild: AP/Giannis Angelakis)

Die USS George H.W. Bush bereitet sich derzeit auf einen Einsatz im Nahen Osten vor und wird die „Ford“ voraussichtlich ablösen. Der Flugzeugträger nehme aktuell Kurs auf die Souda-Bucht auf Kreta, um nach dem Feuer Reparaturen vornehmen zu lassen, berichteten zudem griechische Medien – was auch US-Regierungsinsider einräumten.

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