„Keine Strafkolonie“
Sardinien wehrt sich gegen Mafia-Gefängnisse
Die Urlaubsinsel Sardinien will nicht zur italienischen Strafkolonie werden und protestiert gegen das Vorhaben der Regierung in Rom, drei Hochsicherheitsanstalten für Mafiosi einzurichten. Insgesamt sollen laut dem Plan der Regierung rund 750 Gefangene auf Sardinien untergebracht werden, die wegen schwerer Verbrechen dem strengsten Haftregime unterzogen sind.
Die Insel befürchtet, dass sie wegen ihrer geografischen Lage zu einer Art „Strafkolonie“ werden könnte. Sardinien verdiene es nicht, als „Cayenne Italiens“ betrachtet zu werden, sagte Regionalpräsidentin Alessandra Todde.
Regierung plant Neuorganisation des Hochsicherheitsvollzugs
Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni plant eine Neuorganisation des Hochsicherheitsvollzugs für Mafia-Häftlinge. Nach einem Regierungsplan sollen künftig italienweit sieben Gefängnisse ausschließlich für den besonders strengen Haftmodus nach Artikel 41-bis des italienischen Strafvollzugsgesetzes vorgesehen werden – drei davon auf Sardinien, und zwar in Sassari, Nuoro und Cagliari. Insgesamt sollen dort rund 750 Gefangene untergebracht werden.
Derzeit sind Häftlinge im 41-bis-Regime auf zwölf Haftanstalten verteilt, meist gemeinsam mit Inhaftierten anderer Vollzugsregime. Die Regionalregierung Sardiniens äußerte jedoch deutliche Bedenken über diesen Plan. „Jetzt braucht es Verantwortung von allen politischen Kräften, um unsere Insel zu verteidigen“, sagte Regionalpräsidentin Alessandra Todde. Sardinien verdiene es nicht, als „Cayenne Italiens“ betrachtet zu werden.
Auch die Umweltbeauftragte der Region Rosanna Laconi äußerte „große Besorgnis“ und erinnerte an Jahrzehnte, in denen die Insel als Strafkolonie wahrgenommen worden sei – unter anderem mit Blick auf die frühere kleine Gefängnisinsel Asinara nördlich von Sardinien, auf der jahrzehntelang Schwerverbrecher inhaftiert wurden.









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