„Gestapo Greg“

Trumps Grenz-Hardliner geht vorzeitig in Pension

Ausland
17.03.2026 08:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der als zentrale Figur der harten Migrations- und Abschiebepolitik von US-Präsident Donald Trump bekannte Grenzschutzkommandeur Greg Bovino geht Ende März vorzeitig in Pension – ein Jahr vor dem für Beamte der Behörde CBP vorgesehenen Ruhestandsalter von 57 Jahren. 

Kaum ein Name wurde in den USA so sehr mit den umstrittenen Razzien gegen Migranten ohne Aufenthaltsrecht in Verbindung gebracht wie der Bovinos. Als „commander at large“ – also Chef eines mobilen Kommandos der Border Patrol – war er in mehreren Großstädten an vorderster Front im Einsatz. Dabei ging er betont rücksichtslos vor und wurde so zum Gesicht der restriktiven US-Migrationspolitik sowie zur Zielscheibe öffentlicher Debatte.

Trump als Bewunderer
Mit seiner berüchtigten „turn and burn“-Taktik, dem blitzschnellen, aggressiven Vorgehen gegen mutmaßlich illegal eingewanderte Migranten und alle, die sich seinen Beamten in den Weg stellten, schockierte er viele Amerikaner. Bei Trump verschaffte ihm das brutale Auftreten Anerkennung.

„Little Napoleon“ mit Garderobe „von Ebay“
Auf seinen Social-Media-Accounts präsentiert sich der wegen seiner geringen Körpergröße als „Little Napoleon“ (er soll 1,62 Meter groß sein, eine offizielle Größenangabe gibt es jedoch nicht, Anm.) verspottete Grenzschützer gern in martialischen Posen.

Hohn wegen „SS-Kluft“
Wegen seines auffälligen Haarschnitts und zweireihigen Mantels mit ausladendem Kragen (siehe Bild unten) wurde ihm vorgeworfen, sich dabei einer Nazi-Ästhetik zu bedienen. Auch der demokratische Gouverneur Kaliforniens, Gavin Newsom, höhnte, Bovinos Garderobe sehe aus, als habe er gezielt bei Ebay nach einer SS-Kluft Ausschau gehalten.

Bovino (2. von rechts) umringt von vermummten ICE-Beamten während einer Razzia in Minneapolis: ...
Bovino (2. von rechts) umringt von vermummten ICE-Beamten während einer Razzia in Minneapolis: Sein Auftritt brachte ihm den Spitznamen „Gestapo Greg“ ein.(Bild: AFP/OCTAVIO JONES)

Abzug nach tödlichen Schüssen
Nach zwei Vorfällen mit tödlichen Schüssen von Grenzschützern auf US-Bürger in Minneapolis war Bovino als Einsatzleiter abgezogen worden. Renee Good und der Krankenpfleger Alex Pratti waren im Jänner 2026 von Beamten „aus Notwehr“ erschossen worden.

Kritik nach Schüssen
Letzterer habe damals „ein Massaker“ anrichten wollen, behauptete der Hardliner, darum habe man den 37-Jährigen „aus Notwehr“ erschossen. Eine Aussage, die auf viel Kritik gestoßen war. Mit der Bekanntgabe seiner Versetzung nach Kalifornien nahm das Innenministerium Bovino schließlich aus der Schusslinie.

Zur Person
Greg Bovino im Kurzporträt

Bovino ist ein US-amerikanischer Grenzschutzoffizier, der seit 30 Jahren für die United States Border Patrol tätig ist. Er galt zuletzt als eine der zentralen, operativen Figuren der harten Migrationspolitik unter Trump und gilt als wenig zimperlich. Seinen Rückzug bestätigte er bereits gegenüber der „New York Times“ sowie einem rechtsgerichteten Internetportal.

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