Hantavirus-Ausbruch
Passagiere müssen auf Kreuzfahrtschiff ausharren
Auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ im Atlantik ist das Hantavirus ausgebrochen. Drei Menschen sind bereits gestorben, drei weitere infiziert, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte. Der Ausbruch ist ungewöhnlich und wirkt sich nun auf alle Passagierinnen und Passagiere aus: Ihnen wurde verboten, das Schiff zu verlassen ...
Die kapverdischen Behörden weigern sich, die Menschen an Land zu lassen. Die „MV Hondius“ erhalte keine Erlaubnis, im Hafen der Hauptstadt Praia anzulegen, sagte die Leiterin der nationalen Gesundheitsbehörden, Maria da Luz Lima, am Sonntagabend. Auf diese Weise solle die Bevölkerung vor Ort geschützt werden.
Tatsächlich sei eine Übertragung von Mensch zu Mensch selten, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge. Es gebe keinen Grund für Reisebeschränkungen. „Hantavirus-Infektionen sind ungewöhnlich und in der Regel auf den Kontakt mit infizierten Nagetieren zurückzuführen“, führte er weiter aus.
Laut der WHO wird derzeit eine detaillierte epidemiologische Untersuchung durchgeführt. Wie berichtet, war das Schiff von Ushuaia im Süden Argentiniens aufgebrochen. Ziel war Kap Verde. Am 11. April starb ein 70-jähriger Passagier, seine Leiche wurde auf der Insel St. Helena von Bord gebracht. Wenig später starb auch die Ehefrau (69) des Mannes in einem Krankenhaus in Johannesburg. Die WHO teilte mit, dass beide aus den Niederlanden waren.
Hier sehen Sie eine Stellungnahme der WHO:
Zwei infizierte Crewmitglieder an Bord
Am 27. April erkrankte dann ein weiterer Passagier. Der Brite wurde in ein Krankenhaus nach Johannesburg (Südafrika) gebracht und wird bis heute intensivmedizinisch behandelt.
Sein Zustand soll kritisch, aber stabil sein. Am 2. Mai starb ein Deutscher, wie die „Bild“ am Montag online berichtete. Bisher sei nur bei dem Briten das Hantavirus eindeutig nachgewiesen worden. Ob die Todesfälle mit dem Virus in Verbindung stehen, sei noch nicht belegt.
An Bord des Kreuzfahrtschiffs sind noch zwei Mitglieder der Crew, die Symptome einer Atemwegserkrankung zeigen. Das Hantavirus kann bei Menschen zu Fieber und schweren Atemwegserkrankungen führen. Laut dem Bericht ist der Krankheitsverlauf bei einer Person schwer, bei der anderen leicht. Die beiden kommen aus Großbritannien und den Niederlanden. Insgesamt sind aktuell 149 Menschen auf dem Schiff, darunter 88 Passagierinnen und Passagiere.
Kursänderung nötig?
Die „MV Hondius“ liegt jetzt an der Küste der Kapverden. Da die Behörden die Menschen aber nicht an Land lassen, dürfte eine Weiterfahrt nötig sein. Laut „Bild“ wird erwogen, nach Las Palmas oder Teneriffa (Spanien) weiterzufahren. Das Kreuzfahrtschiff wird von der niederländischen Firma Oceanwide Expeditions betrieben.









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