„Gestapo Greg“

Nach Todesschüssen: Trumps Asylhardliner vor Abzug

Ausland
26.01.2026 23:10

Nach dem zweiten tödlichen Vorfall während den Razzien gegen illegale Einwanderer rückt die umstrittene US-Einwanderungsbehörde ICE immer stärker ins Rampenlicht. An der Spitze der Operation steht der 57-jährige Grenzpolizeikommandant Gregory Bovino, der sein martialisches Vorgehen gerne öffentlich zur Schau stellt. Doch nun werden offenbar selbst Trump Bovinos Machenschaften zu hart – der 57-Jährige soll am Dienstag aus Minneapolis abgezogen werden ...

In der US-Großstadt Minneapolis läuft seit Dezember die „Operation Metro Surge“. Mehr als 3000 Bundesagenten sind dort im Einsatz, um auf Befehl von US-Präsident Donald Trump im großen Stil illegale Einwanderer abzuschieben.

Hier kommt Gregory Bovino, der oberste US-Grenzschutzbeamte, ins Spiel. Der 57-Jährige ist der Chef der Border Patrol, die für die ICE Abschiebungen durchführt. Der Sender CNN bezeichnete ihn bereits als das „Gesicht der harten Einwanderungspolitik der Trump-Regierung“.

Gregory Bovino, der oberste US-Grenzschutzbeamte, macht Jagd auf illegale Migranten.
Gregory Bovino, der oberste US-Grenzschutzbeamte, macht Jagd auf illegale Migranten.(Bild: AFP/OCTAVIO JONES)
(Bild: AFP/STEPHEN MATUREN)
(Bild: AFP/ROBERTO SCHMIDT)

Zweireiher-Mantel erinnert an SS
Noch eine Stufe weiter geht Kaliforniens demokratischer Gouverneur Gavin Newsom, der Bovino „Gestapo Greg“ nannte. Hintergrund sind Bovinos Auftritte bei ICE-Razzien, die der Mann entweder schwer bewaffnet und mit finsterer Miene begleitete – oder in einem Zweireiher-Mantel, den Beobachter in sozialen Medien mit der Ästhetik der SS in Nazi-Deutschland verglichen (siehe Postings unten).

Newsom meint, das Motiv dahinter zu kennen: Bovino wolle bewusst Angst erzeugen und untergrabe damit demokratische Normen. Offenbar in dem Glauben, das sei ganz im Sinne Trumps.

Tränengasgranaten, Wortgefechte
Und Bovino genießt es, im medialen Rampenlicht zu stehen. Er fällt besonders durch seinen Kurzhaarschnitt und seine olivgrüne Uniform auf. Laut CNN wurde er in den Straßen mehrerer amerikanischer Städte bereits mehrfach beobachtet, wie er Patrouillen anführte, Tränengasgranaten warf und sich Wortgefechte mit Kritikern lieferte.

In sozialen Netzwerken teilt er regelmäßig Fotos und Videos, die die Entschlossenheit der Grenzschutzbeamten bei der Erfüllung ihrer Mission hervorheben sollen.

Bovino rechtfertigt Handeln der ICE-Beamten in Minneapolis
Bovino war es auch, der Stunden nach den tödlichen Polizeischüssen auf einen 37-Jährigen in Minneapolis am vergangenen Wochenende am Rednerpult stand und das Handeln der ICE-Beamten rechtfertigte.

Videos lassen an Notwehr-Darstellung zweifeln
Er sagte, sie hätten entsprechend ihrer Ausbildung gehandelt, als sie auf einen bewaffneten Verdächtigen trafen. Dieser hätte „maximalen Schaden anrichten und die Strafverfolgungsbehörden massakrieren wollen“. Kritiker sagen, im Netz aufgetauchte Videos der Schießerei würden keinerlei Beweise dafür liefern.

Bovino blieb bei seiner Darstellung. Am Sonntag sagte er zu CNN: „Die Tatsache, dass sie hochqualifiziert sind, hat verhindert, dass es zu gezielten Schüssen auf Polizeibeamte kam. Ein großes Lob an unsere Strafverfolgungsbehörden, die den Angreifer gestoppt haben, bevor er dazu in der Lage war.“

Nach tödlichen Schüssen in Minneapolis: Trump kündigt Untersuchung an
Bei den laufenden Razzien in Minneapolis kamen bisher zwei US-Bürger ums Leben. Handyaufnahmen lassen Zweifel an den Behauptungen der Beamten aufkommen, sie hätten in Notwehr gehandelt. Auf Druck der Öffentlichkeit und von Demokraten kündigte Trump eine Untersuchung der Vorfälle an. 

Hardliner Homan soll Bovino in Minneapolis ersetzen
Und nicht nur das: Wie mehrere US-Medien am Montagabend berichteten, soll Bovino noch am Dienstag aus Minneapolis abgezogen werden. An seine Stelle soll der Grenzschutzbeauftragte des Weißen Hauses, Tom Homan, treten. Doch auch er gilt als Hardliner und hatte nach den ersten tödlichen Schüssen eines Bundesbeamten auf eine 37-jährige Frau in Minneapolis Anfang Jänner ein konsequentes Vorgehen von ICE gefordert. Diese sollten „ohne Entschuldigung“ fortgesetzt werden. „Tom ist hart, aber fair, und wird direkt an mich berichten“, schrieb Trump am Montag auf Truth Social.

Wer ist Gregory Bovino?
Zurück zu Gregory Bovino. Er wurde 1970 geboren und wuchs in einer Kleinstadt in North Carolina auf. Ein tragisches Ereignis überschattete seine Kindheit, wie Recherchen der „Daily Mail“ aus dem November vergangenen Jahres zeigen. Sein Vater tötete demnach bei einem Autounfall eine junge Frau. Er saß betrunken am Steuer.

Mit acht Jahren bekam Bovino sein erstes Gewehr
Bovinos Vater war es auch, der den Kindern „Härte und Fleiß“ einprägte. So erzählte es seine Schwester der „Daily Mail“. In dem Bericht ist zu lesen, dass Bovino sich schon früh fürs Jagen und Angeln begeisterte. Mit acht Jahren soll er sein erstes Gewehr bekommen haben. Und er las begeistert Jagdmagazine. 

So entstand offenbar der Wunsch, Grenzschützer zu werden. Jahre später wurde daraus Realität. Bovino trat 1996 der US-Grenzpatrouille bei und wechselte in den Folgejahren mehrfach die Sektoren. Seit 2019 ist er leitender Beamter bei der United States Border Patrol.

Gregory K. Bovino ist als Commander-at-Large der U.S. Border Patrol (ein neu geschaffener Posten) direkt dem Heimatschutzministerium unterstellt und berichtet an Homeland-Security-Ministerin Kristi Noem. Sein Urgroßvater war italienischer Einwanderer.

Bovino wuchs in North Carolina auf. Seine Karriere bei der U.S. Border Patrol begann in den 1990er-Jahren. Er durchlief zahlreiche operative und führende Positionen entlang der Südgrenze (unter anderem in Kalifornien und Texas).

Teils brutales Vorgehen
Im Juni 2025 stand der Mann aus dem US-Bundesstaat North Carolina an der Spitze eines Großeinsatzes gegen illegale Einwanderung in Los Angeles. In Chicago soll Bovino im Rahmen der Operation „Midway Blitz“ mindestens zwei Tränengasgranaten in eine Menschenmenge geworfen haben. Ohne, dass die erforderlichen Warnhinweise oder Aufforderungen erteilt wurden.

Neuerlicher Shutdown droht
Pikant: Selbst im republikanischen Lager wird Kritik gegen Bovino laut. Die Diskussion um den Grenzschützer löst weitere politische Konflikte im US-Kongress aus. Zudem droht eine erneute Haushaltssperre (Shutdown).

Grund ist ein Streit zwischen den Demokraten und den Republikanern von Präsident Donald Trump über den Etat für das Ministerium für Innere Sicherheit (DHS). Auslöser ist der Tod eines zweiten US-Bürgers, der in diesem Monat in Minneapolis von Beamten der Einwanderungsbehörde erschossen wurde.

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