Eigenen Angaben zufolge hat der Iran am Montag zwei Raketen auf ein US-Militärschiff in der Straße von Hormuz abgefeuert, nachdem die US-Fregatte zuvor angeblich eine Warnung der iranischen Marine ignoriert hatte. Die USA bestreiten das vehement und behaupten, mit zwei Zerstörern in den Persischen Golf eingefahren zu sein.
Zudem hätten zwei unter US-Flagge fahrende Handelsschiffe die Meerenge passiert, teilte das US-Zentralkommando (CENTCOM) am Montag mit. „Die amerikanischen Streitkräfte unterstützen aktiv die Bemühungen, die Durchfahrt für die Handelsschifffahrt wiederherzustellen“, hieß es in der Mitteilung. US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntagabend einen US-Militäreinsatz in der vom Iran blockierten Straße von Hormuz ab Montag angekündigt, bei dem dort festsitzende Schiffe aus der Meerenge hinaus „geleitet“ werden sollten. Der Einsatz erhöht die Gefahr einer neuen, direkten militärischen Konfrontation zwischen den USA und dem Iran in der strategisch wichtigen Meerenge.
Details liegen noch im Dunkeln
Iranische Streitkräfte wollen US-Verbände am Montag daran gehindert haben, in die Straße von Hormuz einzufahren. Durch Warnungen seien die „feindlichen Zerstörer“ an der Einfahrt gehindert worden, berichtete Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht. Unabhängig konnten die Angaben nicht überprüft werden.
CENTCOM-Kommandant Brad Cooper erklärte, die Unterstützung dieser defensiven Mission sei für die regionale Sicherheit und die Weltwirtschaft unerlässlich. Die USA würden dafür 15.000 Soldaten, mehr als 100 Flugzeuge sowie Kriegsschiffe und Drohnen einsetzen.
Zuvor hatte die iranische Militärführung gewarnt, ausländische Streitkräfte anzugreifen, sollten diese versuchen, die Meerenge zu durchfahren. Ein iranischer Außenamtssprecher hatte bei einer Pressekonferenz ebenfalls gesagt, dass das Land seine eigenen Interessen verteidigen werde. Handelsschiffe und Öltanker sollten jegliche Bewegung ohne Koordination mit dem iranischen Militär unterlassen.
Iran warnte „aggressive US-Armee“
„Wir warnen: Alle ausländischen Streitkräfte, insbesondere die aggressive US-Armee, werden angegriffen, wenn sie beabsichtigen, sich der Straße von Hormuz zu nähern und in sie vorzudringen“, sagte Ali Abdollahi Aliabadi, Chef des Zentralkommandos der Armee. Frachter, die die Meerenge passieren wollten, müssten dies mit iranischen Streitkräften absprechen. Aliabadi ist der faktische Generalstabschef. Er leitet das zentrale Hauptquartier „Khatam al-Anbiya“, das im Kriegsfall die operative Führung der iranischen Streitkräfte bündelt.

Die Containerreederei Hapag-Lloyd teilte am Montag mit, an ihrer Risikobewertung habe sich nichts geändert. Eine Durchfahrt durch die Meerenge sei weiterhin nicht möglich. Vier Schiffe des Unternehmens befänden sich noch im Golf. Zahlreiche Vertreter der Schifffahrts- und Ölindustrie erklärten, militärische Konvois seien keine Lösung. Sie forderten ein Ende der Feindseligkeiten und ein Friedensabkommen, damit die Sicherheit für die Schifffahrt wiederhergestellt wird. Hunderte Handelsschiffe und bis zu 20.000 Seeleute können die Meerenge der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) zufolge derzeit nicht passieren.
Emirate: Großbrand nach iranischem Drohnenangriff
In den Vereinigten Arabischen Emiraten brach unterdessen Behördenangaben zufolge nach einem iranischen Drohnenangriff ein Großbrand aus. Betroffen war eine Industriezone der Hafenstadt Fujairah, wie das Medienbüro der Küstenstadt berichtete. Zuvor hatte die Armee des Landes berichtet, dass sie drei iranische Raketen abgefangen habe. Eine weitere Rakete sei im Meer niedergegangen, hieß es in einer Erklärung des emiratischen Verteidigungsministeriums. In mehreren Regionen des Landes sei die Flugabwehr zu hören gewesen. Die Erklärung erfolgte kurz nachdem die Behörden mitgeteilt hatten, dass die Flugabwehr auf eine Bedrohung reagiere, und die Bevölkerung aufgefordert hatten, sich in Sicherheit zu bringen.
Es ist die erste Warnung des Golfstaates seit dem 8. April, als eine zwischen den USA und Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe begann, die von US-Präsident Donald Trump einseitig verlängert wurde. Die Vereinigten Arabischen Emirate waren unter den Golfstaaten besonders von iranischen Angriffen betroffen, mit denen Teheran seinerseits auf Angriffe der USA und Israels reagiert hatte.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.