Aufgabe sei heikel

Papst mahnt Presse: „Krieg ist kein Videospiel“

Ausland
16.03.2026 14:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Papst hat zu Sorgfalt in der Kriegsberichterstattung aufgerufen. Er forderte Journalisten dazu auf, aus der Perspektive der Opfer zu berichten und nicht zu propagandistischen Zwecken oder als „Videospiel“ zu inszenieren.

„Es liegt an Ihnen, das Leid zu zeigen, das Kriege stets über die Bevölkerung bringen, das Gesicht des Krieges darzustellen und ihn durch die Augen der Opfer zu erzählen, um ihn nicht in ein Videospiel zu verwandeln“, so der Papst.

Pressearbeit sei „heikler denn je“
Besonders in Kriegszeiten müsse sich der Journalismus davor hüten, zum Propagandainstrument zu werden. „Die Aufgabe der Journalisten, Nachrichten zu prüfen, damit sie nicht zum Sprachrohr der Macht werden, ist dringender und heikler denn je, ich würde sagen, wesentlich“, so der Papst bei einer Audienz mit Journalisten der RAI-Nachrichten Tg2 anlässlich des 50. Gründungsjubiläums.

Papst betont Herausforderungen in Zusammenhang mit KI
Der Papst sprach auch die Herausforderungen der digitalen Medien und der Künstlichen Intelligenz an: Kommunikation müsse nach menschlichen Maßstäben gesteuert werden und nicht nur technologischen Paradigmen folgen. Technische Neuerungen könnten Kreativität, kritisches Urteilsvermögen und geistige Freiheit nicht ersetzen.

Der Papst empfing am Montag auch die Teilnehmer der Vollversammlung der päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen. Dabei hob er die Bedeutung der Vorbeugung von Missbrauch im digitalen Raum hervor. Der Schutz von Minderjährigen und von Menschen in vulnerablen Situationen sei kein isolierter Bereich kirchlichen Lebens, sondern durchdringe die Seelsorge.

„Jeder Fortschritt auf diesem Weg ist ein Schritt hin zu Christus und zu einer authentischeren Kirche“, so der Pontifex. Leo XIV. betonte, dass die Arbeit der Kommission „der Kirche hilft, die Herausforderungen des Schutzes mutig anzugehen und mit pastoraler Klarheit sowie struktureller Erneuerung zu reagieren“.

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