Es ist wie die Fahndung nach einem Phantom! Nach einem Flug von Johannesburg nach Wien mussten die Gesundheitsbehörden wegen gleich drei Passagieren tätig werden, die möglicherweise mit einer später verstorbenen Hantavirus-Patientin in Kontakt standen.
Eines gleich vorweg: Das Risiko der drei „Österreich-Patienten“, an dem durch kleine Nagetiere übertragenen Erreger zu erkranken, ist verschwindend gering. Trotzdem haben sich unsere Gesundheitsbehörden auf die Spur von zwei Männern und einer Frau gemacht, die am 25. April im selben KLM-Flieger mit einer im südafrikanischen Johannesburg kurz eingecheckten Passagierin des Kreuzfahrtschiffes MV Hondius, auf dem bekanntlich das Hantavirus ausgebrochen war, gesessen sind.
Da sich der Gesundheitszustand der Dame dermaßen verschlechterte, ging sie rasch wieder von Bord, verstarb dann aber leider. Die Frau ist eine von mittlerweile drei Toten, insgesamt wurden bisher elf weitere Infektionsfälle gemeldet.
Akribische Detektivarbeit bei der Suche
Via Antwerpen (Belgien) landete die Maschine jedenfalls auch in Wien. An Bord: drei Kontaktpersonen mit Österreich-Bezug. Die Behörden mussten handeln, die Suche nach den Passagieren kann man sich wie die Fahndung nach einem Phantom vorstellen.
Sechs Wochen lang Selbstbeobachtung
Während „Patient 1“ in akribischer Detektivarbeit – wie berichtet ein Wiener – rasch ausgeforscht werden konnte, ist mittlerweile auch ein hier arbeitender Slowake identifiziert. Auch für ihn gilt Selbstkontrolle. Das heißt, sechs Wochen lang muss er mögliche Symptome an sich beobachten.
Der dritte Fall betrifft eine Frau. Sie ist namentlich bekannt, aber offenbar schon in ihrem Heimatland Polen, wo die dortigen Behörden alarmiert sind. Alle Personen sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) Niedrigrisiko-Kontaktpersonen, weil sie nicht in derselben Sitzreihe bzw. zwei davor oder dahinter gesessen sind.
Ministerin: „Kein Anlass zur Sorge“
Auch Gesundheitsministerin Korinna Schumann betont beruhigend: „Für die Bevölkerung in Österreich besteht nach aktuellem Stand kein Anlass zur Sorge. Es gibt derzeit keine bestätigten Fälle im Inland, und auch die internationalen Fachbehörden bewerten das Risiko für die Allgemeinbevölkerung weiterhin als sehr gering.“
Schumann hebt hervor, dass die rasche Ausforschung auch der zweiten Niedrigrisiko-Kontaktperson zeige, wie schnell und engmaschig die Gesundheitsbehörden gemeinsam mit internationalen Partnern arbeiteten: „Österreich ist gut vorbereitet.“
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