Schon vor Beginn des Iran-Krieges haben sich die Benzin- und Dieselpreise in Österreich in den vergangenen 25 Jahren sehr unterschiedlich entwickelt.
Daten der Statistik Austria zeigen, dass Superbenzin seit 2000 deutlich schwächer als die allgemeine Inflation zulegte und damit real billiger wurde. Diesel verteuerte sich im selben Zeitraum dagegen stärker und legte um gut 100 Prozent zu. Aktuell überschattet der Krieg im Iran diese Langzeitbetrachtung.
Die allgemeinen Lebenshaltungskosten stiegen laut dem Gesamtindex der Verbraucherpreise seit dem Jahr 2000 um 85,8 Prozent. Im selben Zeitraum nahm der Preisindex für Superbenzin ausgehend vom Basisjahr 2000 lediglich um 63,7 Prozent zu. Damit blieb die Preissteigerung bei diesem Kraftstoff spürbar hinter der Gesamtinflation zurück. Anders verlief die Entwicklung bei Dieseltreibstoff, dessen Preisindex sich verdoppelt hat.
Diesel reagiert aktuell sensibler auf die Krise
Zuletzt wurden diese langfristigen Trends durch externe Schocks massiv überlagert. Seit Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar 2026 sind die Treibstoffpreise steil in die Höhe geschnellt. Bei Benzin betrug der kriegsbedingte Anstieg knapp ein Fünftel, während Diesel sogar um rund ein Viertel zulegte. Diesel reagiert aktuell sensibler auf die Krise, da er nicht nur im Verkehr, sondern auch als Heizöl und in der Industrie und Landwirtschaft stark nachgefragt wird, während das Angebot durch die blockierten Exportrouten im Nahen Osten verknappt ist. Diesel kostete zuletzt rund 1,92 Euro je Liter, während Benzin bereits um rund 1,73 Euro zu haben war. In Österreich war Diesel jahrelang durch die niedrigere Mineralölsteuer (MÖSt) künstlich günstiger als Benzin. Dieser Steuervorteil wird nun durch die massiven Marktverwerfungen aufgefressen.
Europa produziert zu wenig Diesel
Europa produziert selbst nicht genug Diesel, um den Bedarf zu decken, und war schon vor der aktuellen Krise stark auf Importe angewiesen. Während Benzin in europäischen Raffinerien oft im Überschuss produziert und sogar exportiert wird, muss Diesel massiv zugekauft werden. Aus einem Fass Rohöl kann allerdings nur ein bestimmter Anteil an Diesel und Benzin gewonnen werden. Auch kann man eine Raffinerie nicht kurzfristig komplett auf Dieselproduktion umstellen.
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