Tankstellenbetreiber:

„Minister kann den Spritpreis sofort senken“

Steiermark
08.03.2026 06:45

Benzinpreise klettern in schwindelerregende Höhen. Besonders stark ist die Transport-Branche vom Anstieg betroffen. Tankstellenbetreiber Jürgen Roth sieht jetzt vor allem die Politik in der Pflicht.

Seit Ausbruch des Kriegs im Iran sind die Preise an den Tankstellen förmlich explodiert – im Schnitt stieg der Preis für den Sprudel täglich um sieben Cent. „Und das wird leider auch so weitergehen. Demnächst werden wir die 1,90 für den Liter Diesel knacken“, prognostizierte Jürgen Roth am Freitag. „Ein Ende des Anstiegs ist erst in Sicht, wenn der Krieg vorbei ist“, ist der Eigentürmer der Tank Roth GmbH und Fachverbands-Obmann für den Energiehandel in der WKO Österreich überzeugt.

Jürgen Roth stellt klar: „Niemand hat diesen Krieg vorausgesehen und Ware für drei Wochen ...
Jürgen Roth stellt klar: „Niemand hat diesen Krieg vorausgesehen und Ware für drei Wochen gelagert.“(Bild: Christian Jauschowetz)

„Solche Reserven hat niemand“
Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis der Preis für einen Liter Diesel und Benzin die ominöse Zwei-Euro-Marke überschreitet – zuletzt war dies 2022 der Fall. Dass viele den Tankstellenbetreibern und -besitzern den Schwarzen Peter für Preisentwicklung umhängen wollen, will Roth so nicht gelten lassen. „Wer das sagt, glaubt offenbar, dass wir Ware für drei Wochen auf Lager haben und gewusst haben, dass der Krieg ausbricht. Dabei muss jede halbwegs gut laufende Tankstelle zweimal in der Woche aufgefüllt werden – solche Reserven hat niemand!“

„Und was macht unsere Politik?“
Besonders hart trifft der sprunghafte Anstieg (der Liter Diesel kostete vor dem Krieg noch 1,59 Euro, mittlerweile sind’s 1,90) natürlich die Transport-Branche. „Pro Tankfüllung zahle ich jetzt 250 Euro mehr – jeder kann sich ausrechnen, was das bei 40 Lkw bedeutet. Und so schnell kann ich den Preis ja gar nicht an meine Kunden weitergeben“, ist ein steirischer Spediteur, der lieber anonym bleiben möchte, mit seinen Nerven am Ende. „Und was macht unsere Politik? Die redet wieder einmal nur!“

Johannes Matzhold ist selbst Transportunternehmer und kennt die Problematik.
Johannes Matzhold ist selbst Transportunternehmer und kennt die Problematik.(Bild: Helmut Lunghammer)

Johannes Matzhold, Chef eines Transportunternehmens und WKO-Fachgruppenobmann, kennt die Problematik: „Die Spritpreise sind leider ein Riesenproblem für die gesamte Branche. Besonders schlimm sind natürlich jene Firmen betroffen, die kurze Strecken fahren, weil bei denen der Verbrauch viel höher ist.“ Der Oststeirer warnt vor einem generellen Problem: „Wenn wir die Preissteigerungen an unsere Kunden weitergeben, wird über kurz oder lang alles teurer – womit wir wieder bei der Inflation sind „

Am Freitag kurz vor 12 Uhr galten bei einer Grazer Tankstelle diese Preise.
Am Freitag kurz vor 12 Uhr galten bei einer Grazer Tankstelle diese Preise.(Bild: Christian Jauschowetz)
Nach 12 Uhr sind die Preise wieder einmal angezogen. Täglich steigen der Literpreis aktuell um ...
Nach 12 Uhr sind die Preise wieder einmal angezogen. Täglich steigen der Literpreis aktuell um rund sieben Cent.(Bild: Christian Jauschowetz)

Für Jürgen Roth ist jetzt jedenfalls der Staat gefordert: „Er kassiert ja etwa bei Diesel auch gut 55 Prozent. Der Finanzminister könnte den Spritpreis aber sofort senken, indem er, zumindest temporär, die CO₂-Steuer aussetzt. Immerhin befinden wir uns in einer handfesten Krise.“

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