Neue Ermittlung zeigt:
Crew soll nun doch schuld an Bayesian-Drama sein
Seit die als unsinkbar beworbene Mega-Segeljacht Bayesian 2024 vor der Küste Siziliens sank und sieben Menschen in den Tod riss, wird gerätselt, wie es zu der Tragödie kam. Britische Ermittler meinten, dass allein das Wetter zum Kentern führte – doch aus einer neuen Untersuchung geht hervor, dass die Besatzung wohl falsch gehandelt habe.
In der Nacht zum 19. August 2024zog ein Unwetter über die Bayesian, die vor Palermo ankerte. In den frühen Morgenstunden wurde die Megajacht von einer Fallböe mit mehr als 70 kn (130 km/h) getroffen und kenterte binnen weniger Sekunden. 15 der 22 Menschen an Bord konnten nach dem Unglück gerettet werden. Der britische Milliardär Mike Lynch und seine 18-jährige Tochter Hannah versanken mit dem Schiff. Seine Ehefrau Angela Bacares, die als Eigentümerin der Segeljacht, entkam dem nassen Grab.
Die genaue Unfallursache gab Rätsel auf, das riesige Schiff wurde 2025 wieder an die Oberfläche geholt und geborgen. Ein internationales Expertenteam untersucht seit Monaten das im vergangenen Jahr geborgene Wrack, das auf einem Pier im sizilianischen Hafen von Termini Imerese steht.
Nach Einschätzung der ermittelnden Staatsanwaltschaft in Italien reichten die Wetterbedingungen aber nicht aus, um den Untergang des Schiffes mit diesen allein zu erklären. Aus einer ersten Zusammenfassung eines meteorologischen Gutachtens geht hervor, dass sich gegen 3.50 Uhr vor Palermo kein Extremereignis entwickelte, das unabhängig von menschlichem Handeln zum Kentern geführt hätte. Vielmehr gehen die Ermittler nach rund eineinhalb Jahren davon aus, dass Fehleinschätzungen und Versäumnisse der Besatzung eine wesentliche Rolle gespielt haben.
Schuldfrage soll durch Ermittlungen geklärt werden
Damit widerspricht die italienische Seite ersten Analysen der britischen Untersuchungsbehörde Marine Accident Investigation Branch (MAIB). Diese hatte in einem vorläufigen Bericht auch auf strukturelle Schwächen der Jacht hingewiesen, insbesondere im Zusammenhang mit dem rund 75 Meter hohen Mast. Ob darüber hinaus eine Mitverantwortung der Werft Perini Navi besteht, die zum börsennotierten Konzern „The Italian Sea Group“ gehört, ist Gegenstand weiterer Untersuchungen. Die Staatsanwaltschaft wartet insbesondere auf ein Gutachten zur genauen Dynamik des Untergangs.
Im Fokus der Ermittlungen stehen auch wasserdichte Abschnitte der Jacht analysiert, die eigentlich die Schwimmfähigkeit hätten sichern sollen. Simulationen sollen klären, über welche Öffnungen Wasser in den Rumpf eindrang.
Die Ermittlungen sollen bis zum zweiten Jahrestag der Katastrophe im August abgeschlossen werden. Angeklagt sind der neuseeländische Kapitän, der Maschinist sowie ein Matrose. Ihnen wird fahrlässiger Schiffbruch und mehrfache fahrlässige Tötung vorgeworfen.











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