Ach, übrigens...

Die Revolution des Bobsports

Vorarlberg
25.01.2026 11:26

Die Olympischen Spiele in Mailand/Cortina nahen mit Riesenschritten! Kein Wunder, dass sich da auch „Krone“-Autor Harald Petermichl in der neuesten Ausgabe seiner Kolumne „Ach, übrigens...“ seine Gedanken macht. Insbesondere darüber, wie das mit der Gleichtberechtigung im Zeichen der fünf Ringe ausschaut. Besonders im Fokus: die Bobfahrerinnen.

Knapp zwei Wochen bis zum Beginn der XXV. Winterspiele. Da ist es an der Zeit, mal zu überprüfen, ob auch alles in Butter ist. Sagen wir mal es geht so; einige sind nämlich ganz schön angefressen. Ester Ledecká zum Beispiel, weil zwei Bewerbe, in denen sie sich Chancen ausrechnet (Abfahrtslauf und Snowboard Parallel-Riesenslalom) am selben Tag und auch noch 250 Kilometer voneinander entfernt stattfinden. Die Nordischen Kombiniererinnen sind besonders angefressen, weil für sie gar kein olympischer Wettbewerb vorgesehen ist, obwohl sie genau wie die Buben den lieben langen Winter um den Weltcup springen und laufen. Und die Bobfahrerinnen sind schon seit längerem angefressen, weil es nach wie vor keinen Vierer-Wettbewerb für sie gibt. Gut, sie dürften bei den Herren mitfahren, aber wer will das schon.

Immerhin können sie seit Salzseestadt 2002 im Zweierbob starten und 20 Jahre später hat der Weltverband IBFS „aus Gerechtigkeitsgründen“ mit dem Monobob tatsächlich einen zweiten Frauen-Bewerb olympisiert, der aber in Fachkreisen naserümpfend als „Anfängerschlitten“ eingeschätzt wird, was einige Pilotinnen schon auf diverse Palmen gebracht hat. Die Ausreden des IBSF sind mannigfaltig. Es gäbe zu wenige Nationen, die mitfahren könnten oder der Viererbob sei für die Damen zu schwer. Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich, denn man traut zwar einer Monobob-Pilotin zu, ihr 163 kg schweres Sportgerät vom Start wegzuschieben, hält es aber nicht für möglich, dass vier Athletinnen einen Viererbob mit 230 kg in Bewegung setzen können. Na ja, man muss nicht alles verstehen.

Bereits heute legendär: Kristopher Horn im unfreiwilligen US-Monobob.
Bereits heute legendär: Kristopher Horn im unfreiwilligen US-Monobob.(Bild: x.com/DenikSport)

Solidarität und Innovationen
Solidarisch mit den Kolleginnen wollte sich kürzlich US-Bobpilot Kristopher Horn zeigen, als er im Vierer-Bewerb seine Passagiere Ryan Rager, Hunter Powell und Caleb Furnell beim Start in St. Moritz aus dem Bob purzeln ließ, um dann quasi als XXL-Monobob nach Celerina/Schlarigna hinunterzurumpeln. Die IBSF-Chefs hat das nicht überzeugt, denn es wurde weder kurzfristig ein Mono-Bewerb für Männer eingeführt noch über einen Frauen-Vierer gesprochen. Eigentlich wäre die logische Konsequenz sowieso ein völlig neuer Bewerb, in dem die Bobs von einem Roboter angeschoben werden und dann menschenleer zu Tal rattern. Die Medaillen könnte man an die leitenden Ingenieure der Herstellerfirmen übergeben, das Bobpersonal müsste nicht bibbernd in der Kälte herumstehen und es bestünde keinerlei Verletzungsgefahr. Das würde für die Spiele in den französischen Alpen 2030 tatsächlich eine revolutionäre Neuerung darstellen.

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