Alte Steuersätze

Spritpreise in Deutschland trotz Rabatt gestiegen

Wirtschaft
02.05.2026 11:47
Porträt von krone.at
Von krone.at

Freitagfrüh waren die Spritpreise in Deutschland niedriger. So lag der Preis für einen Liter Superbenzin der Sorte E10 um 8 Uhr im bundesweiten Schnitt unter der Zwei-Euro-Marke. Doch schon zu Mittag folgte die Ernüchterung: Die Preise zogen trotz des Tankrabatts wieder an.

Um 12.15 Uhr kostete ein Liter Super E10 laut dem Automobilklub ADAC wieder 2,076 Euro. Bei Diesel sprang der Preis auf 2,177 Euro pro Liter. Alle Zahlen beziehen sich auf bundesweite Durchschnittswerte, einzelne Tankstellen können davon deutlich abweichen. Im Vergleich mit Donnerstag sind beide Preise aber niedriger, und zwar um 15,8 Cent (Super) beziehungsweise 16,2 Cent (Diesel).

Wie berichtet, gilt seit Freitag ein Tankrabatt in der Höhe von 16,7 Cent. Die deutsche Koalition hat die Spritsteuern reduziert, zudem fällt auf die wegfallende Energiesteuer keine Mehrwertsteuer an. Der Rabatt soll bis Ende Juni gelten. „Alle Meldungen, die ich bekommen habe, waren erst mal, dass die Spritpreise runtergegangen sind, aber wir werden es natürlich sehr genau beobachten“, sagte Finanzminister Lars Klingbeil am Freitag. Der Präsident des deutschen Bundeskartellamts, Andreas Mundt, empfahl Autofahrerinnen und Autofahrern Apps zum Preisvergleich.

Am Wochenende könnte die Energiesteuersenkung weitergegeben werden.
Am Wochenende könnte die Energiesteuersenkung weitergegeben werden.(Bild: Krone KREATIV)

„Hohe Aufschläge nicht gerechtfertigt“
Aus Sicht des ADAC wurde der Tankrabatt durch Preissenkungen in der Nacht und am Freitagvormittag teilweise weitergegeben. Die hohen Aufschläge um 12 Uhr seien aber nicht gerechtfertigt, zumal der Ölpreis gesunken sei, hieß es. Der Steuerrabatt sei damit nicht vollumfänglich an der Zapfsäule angekommen. Ein Grund dafür dürfte sein, dass sich in den Tanks vieler Tankstellen noch Kraftstoff befindet, der nach den alten Steuersätzen abgerechnet wurde. Entscheidend für den Steuernachlass ist nämlich nicht der Verkauf an der Tankstelle, sondern der Moment, in dem der Kraftstoff das Tanklager beziehungsweise die Raffinerie verlassen hat.

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Im Verlauf des Wochenendes muss die Energiesteuersenkung von knapp 17 Cent an die Verbraucher weitergegeben werden.

Automobilklub ADAC

Entspannung am Wochenende?
„Im Verlauf des Wochenendes muss die Energiesteuersenkung von knapp 17 Cent an die Verbraucher weitergegeben werden“, sagte eine ADAC-Sprecherin. Die Spritpreise haben seit Einführung der 12-Uhr-Regel einen typischen Tagesverlauf herausgebildet: Mittags, bei der einzigen erlaubten Erhöhung des Tages, springen sie stark nach oben – zuletzt teilweise um mehr als 15 Cent. Danach sinken sie relativ zügig bis zum Abend und dann am nächsten Vormittag noch einmal. Sollte dieser Verlauf auch weiter gelten, dürfte mindestens E10 am Samstagvormittag wieder unter zwei Euro pro Liter kosten, vielleicht sogar bereits am Freitagabend. Bei Diesel könnte dies am Samstagvormittag zumindest für einen Teil der Tankstellen gelten. 

Die zweimonatige Steuersenkung werde Autofahrerinnen und Autofahrer bestenfalls kurzzeitig entlasten und anschließend die Preisspirale für Öl und Gas nach oben treiben, sagte Ökonom Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Grund sei die steigende Nachfrage. Besser wären Einkommenshilfen mit Fokus auf Härtefall-Gruppen. Die Umweltorganisation Greenpeace hat mehr Elektroautos und einen besser ausgebauten öffentlichen Verkehr vorgeschlagen, um den Spritverbrauch zu senken.

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