Trotz Herausforderungen blickte Vorarlbergs Agrarlandesrat Christian Gantner (ÖVP) beim Alpwirtschaftstag im Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum Hohenems auf eine erfolgreiche Saison 2025 zurück. Insgesamt 1062 Älplerinnen und Älpler waren im vergangenen Jahr auf 513 Alpen im Einsatz, 39.516 Tiere wurden betreut – etwas weniger als im Vorjahr.
„Mit fundiertem Fachwissen und großem persönlichem Einsatz leisten die in der Alpwirtschaft Tätigen einen unverzichtbaren Beitrag zur Herstellung hochwertiger Alpprodukte und zur Pflege der Vorarlberger Kulturlandschaft“, lobte Gantner den Einsatz der Älplerinnen und Älpler. Zur Abgeltung ihrer Leistungen wurden im Jahr 2025 insgesamt rund 14 Millionen Euro, davon 4,5 Millionen Euro aus Landesmitteln, bereitgestellt. Besonders erfreulich sei das wachsende Interesse junger Menschen, die die Alpen als chancenreichen Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsraum erkennen würden.
Doch ganz so idyllisch ist das Älplerleben auch wieder nicht. In der vergangenen Saison machte den Älplern vor allem die Präsenz von Wölfen, aber auch die TBC-Problematik zu schaffen. In Hinblick auf den großen Beutegreifer konnte Gantner die Sorgen etwas mindern. „Das Land Vorarlberg verfolgt hier einen konsequenten Kurs“, erläutert der Agrarlandesrat. Mit der geplanten Novelle des Jagdgesetzes würden klare und praxistaugliche Rahmenbedingungen für den Umgang mit problematischen Wölfen geschaffen.
Abschuss bei Gefahr für Mensch und Tier
Was das neue Gesetz angeht, wird künftig ein Abschuss auch präventiv möglich sein, wenn eine unmittelbare Gefahr für Menschen oder für die auf Alpen und Weiden gehaltenen landwirtschaftlichen Nutztiere besteht. „Ziel ist, die Sicherheit aller – Mensch, Nutztier und Alpwirtschaft – zu gewährleisten.“ Die Novelle sei ein wichtiger Schritt für ein effektives Wolfsmanagement in Vorarlberg.
TBC: Erstmals kein Hof im Montafon geschlossen
Positive Nachrichten gibt es von der TBC-Front: „Im südlichen Landesteil konnten wir die Früchte einer konsequenten Bekämpfung ernten. Im Montafon ist derzeit kein einziger Hof aufgrund von TBC-Fällen gesperrt. Das gab es in den vergangenen zehn Jahren nicht“, so Gantner im Gespräch mit der „Krone“. Ein großer Dank gelte den Jägern, die mit hohen Abschusszahlen dafür gesorgt hätten, den Wildbestand – TBC wird in der Regel von Rotwild auf die Rinder übertragen – deutlich zu reduzieren.
Auftriebszahlen erneut rückläufig
Sorgen macht Gantner und Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger der stetige Rückgang beim Alpvieh. „Aus der Schweiz hatten wir nur mehr rund 100 Stück Vieh. Aus dem Allgäu hingegen sind etwas mehr Tiere gekommen“, analysiert Moosbrugger. Gantner begründet die Entwicklung damit, dass auch die Schweizer Nachbarn alles unternehmen würden, um die Alpwirtschaft nachhaltig sicherzustellen und die Tiere im eigenen Land zu halten.
So dramatisch, dass die Bewirtschaftung der Alpen im Ländle in Gefahr sei, seien die Zahlen aber nicht, sind sich Moosbrugger und Gantner einig. Jedoch müsse man ein wachsames Auge auf die Entwicklung haben. „Entgegen aller Kritik an der Vieh- und Milchwirtschaft ist es so, dass es diese auch weiterhin braucht“, stellt der Kammerpräsident klar. Und ohne die Kühe im Tal gebe es auch keine Alpwirtschaft.
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