Eine Person in Vorarlberg, die mit TBC-infizierten Tieren Kontakt hatte, wurde nun selbst positiv auf den Erreger getestet. Das bedeutet aber noch nicht, dass auch eine TBC-Erkrankung vorliegt.
In Vorarlberg ist nach etlichen Fällen von Rinder-TBC ein Mensch positiv auf den Tuberkuloseerreger getestet worden. Es gebe aktuell eine Person in Vorarlberg, die mit infiziertem Viehbestand Kontakt hatte und in einer Blutuntersuchung, einem sogenannten Quantiferon-Test, positiv auf Tuberkulose getestet worden sei, bestätigte das Land Vorarlberg. Bereits 2025 gab es einen solchen Nachweis von Erregerkontakt.
Der genannte Test bestätige keine aktive Tuberkulose-Erkrankung, sondern deute darauf hin, dass die Person aktuell oder früher Kontakt mit Tuberkulose hatte. Der Test bleibe nach einer durchgemachten Tuberkulose lebenslang positiv. Im konkreten Fall sei eine Röntgen-Untersuchung durchgeführt worden, das Ergebnis liege noch nicht vor. Sollte sich dabei eine frische TBC-Erkrankung bestätigen, würde nach Vorgabe der Tuberkulosefürsorgeärztin eine entsprechende Behandlung begonnen. Tuberkulose ist mit Antibiotika behandelbar.
„Ergänzend ist aber anzuführen, dass der Beweis, dass sich die Person bei einem infizierten Tier angesteckt hat, damit nicht erbracht ist“, betonte das Land. Seit 2019 gebe es jährlich zwischen zwölf und 20 Neudiagnosen von Tuberkulose bei Menschen in Vorarlberg. Die Zahl der Fälle durch Rotwildtuberkulose in diesen Jahren lag zwischen null und einem, sie sind also sehr selten. Ein Zusammenhang mit den Fällen bei Wild oder Vieh lasse sich erst bestätigen, wenn beim Patienten das Mykobakterium caprae, Typ Lechtal, und ein Bezug zu einem Stamm, der bei Nutz- oder Wildtieren nachgewiesen worden ist, vorliege, teilte das Land mit.
Unterschiedliche Ansteckungswege möglich
Ein Mensch kann sich über Rohmilch, rohes Fleisch und bei der Schlachtung infizieren, aber auch durch Einatmen des Erregers in verseuchten Ställen. Unmittelbare Gefahr für den Konsumenten besteht aufgrund der vielfältigen Untersuchungen, Pasteurisierung und Sicherheitsmaßnahmen nicht.
Kontakt mit infiziertem Rotwild
Die Tierseuche, die sich vom Wild auf Nutztiere überträgt, sorgt seit Jahren für Schäden in der Vorarlberger Landwirtschaft. Eine Reihe von Maßnahmen in den Betrieben, in der Jagd und umfangreiche Tests sollen die Erkrankung zurückdrängen. Als Hauptquelle der Ansteckung der Rinder mit Tuberkulose gilt der Kontakt mit TBC-infiziertem Rotwild während des Alpsommers. Aktuell seien weiter sechs landwirtschaftliche Betriebe wegen TBC gesperrt, davon fünf im Bezirk Bregenz und einer im Bezirk Dornbirn, hieß es seitens des Landes.
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