Eine neue Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zeigt: Obwohl Vorarlberg 4,8 Prozent der unselbstständig Beschäftigten in Österreich stellt, liegt der Anteil der Pendlerpauschale-Bezieher bei nur 2,7 Prozent.
Vorarlberger sind bei der Pendlerpauschale unterrepräsentiert. Im Jahr 2024 bezogen im Ländle rund 21.000 die große und 9100 Personen die kleine Pauschale. Obwohl 4,8 Prozent der unselbstständig Beschäftigten in Österreich aus Vorarlberg kommen, stellen sie somit nur 2,7 Prozent der Bezieher. Der Grund dafür liegt laut VCÖ-Experte Michael Schwendinger in der kompakten Siedlungsstruktur des Landes. Dadurch seien die Arbeitswege kürzer und könnten öfter mit Öffis oder dem Rad zurückgelegt werden, was Staus und Verkehrsprobleme reduziere.
Soziale Schieflage bei der Förderung
Generell, so Schwendinger, weise die Förderung eine massive soziale Schieflage auf. Ursprünglich für Menschen mit niedrigem Einkommen und langen Arbeitswegen gedacht, würden heute vor allem Gutverdiener profitieren. Das belegen auch die Zahlen: Im Jahr 2024 hatten 23 Prozent der Bezieher ein Jahreseinkommen von über 60.000 Euro. Und da die Pauschale ein Steuerfreibetrag ist, der die Lohnsteuer-Bemessungsgrundlage senkt, sparen Besserverdienende bei gleicher Strecke mehr Geld als Personen mit geringerem Einkommen. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim sogenannten Pendlereuro, dessen Höhe im Vorjahr verdreifacht worden ist. Laut parlamentarischem Budgetdienst fließen 36 Prozent dieser zusätzlichen Förderung an das einkommensstärkste Fünftel. Das ist zwölfmal mehr, als das einkommensschwächste Fünftel erhält. Insgesamt kosten Pendlerpauschale und Pendlereuro dem österreichischen Staat rund 600 Millionen Euro im Jahr.
Ruf nach umfassender Reform
Der VCÖ fordert eine ökologische und soziale Reform der Pendlerpauschale. Es sei nicht nachvollziehbar, warum Gutverdienende überproportional profitieren, während etwa im Sozialbereich oder bei den Pensionen der Sparstift angesetzt wird. Konkret schlägt die Mobilitätsorganisation eine Gehaltsobergrenze für den Bezug der Förderung vor, wobei Geringverdiener weiter unterstützt werden sollen. Zudem seien stärkere Anreize für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und des Fahrrads nötig – etwa indem die kleine Pendlerpauschale durch ein Klimaticket für das Bundesland oder die Region ersetzt wird.
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