Aussichten sind düster

Deutsche Metallbranche fürchtet um 150.000 Jobs

Wirtschaft
09.03.2026 17:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Druck auf die deutsche Industrie wächst – und nun schlagen die Arbeitgeber Alarm. Trotz einzelner Großaufträge, etwa aus der Rüstungsindustrie, droht in der Metall- und Elektrobranche ein massiver Arbeitsplatzabbau. Branchenvertreter warnen vor einer dramatischen Entwicklung und sprechen sogar von der größten Krise seit Bestehen der Bundesrepublik.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall rechnet damit, dass in diesem Jahr bis zu 150.000 Arbeitsplätze in der Metall- und Elektroindustrie verloren gehen könnten. Die Unternehmen leiden nach Angaben des Verbandes unter hohen Kosten am Standort Deutschland und einer anhaltenden wirtschaftlichen Schwächephase.

„Größte Krise seit Gründung der Bundesrepublik“
Der Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander erklärte gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: „Wir sind mitten in einer Deindustrialisierung und die Aussichten sind sehr düster. Die Situation ist wirklich dramatisch.“ Seine Branche befinde sich derzeit „in der größten Krise seit Gründung der Bundesrepublik“.

Unternehmen kämpfen mit Belastungen
Als zentrale Gründe nennt der Verband vor allem hohe Belastungen für Unternehmen. Dazu zählen nach Zanders Angaben hohe Energiekosten, hohe Unternehmenssteuern, hohe Sozialabgaben sowie zu viel Bürokratie. Besonders beim Bürokratieabbau gehe es nach Ansicht des Verbandes zu langsam voran. Laut ntv kritisierte Zander, es fehle an einer systematischen Herangehensweise – und zog einen ungewöhnlichen Vergleich: „Wir sind in der Tierseuchenbekämpfung systematischer als beim Bürokratieabbau.“

Der Branchenvertreter fordert daher auch Einschnitte in der öffentlichen Verwaltung. Man müsse „natürlich auch Bürokraten abbauen“, erklärte er. In den Verwaltungen gebe es zu viel Personal, was auch die öffentlichen Haushalte belaste.

Positive Signale schon wieder dahin?
Die Krise zieht sich laut Verband bereits über Jahre. „Wir sind seit zwei Jahren in einer Rezession. Seit 2018 haben wir schon 270.000 Arbeitsplätze verloren“, rechnete Zander vor. Zudem sei die Beschäftigtenzahl zuletzt unter 3,8 Millionen gefallen – ein Niveau, das es in der Branche zuletzt 2015 gegeben habe.

Dabei hatte es zuletzt zumindest kurzfristig positive Signale gegeben. Mehrere Großaufträge aus dem Verteidigungssektor sorgten im vierten Quartal 2025 für einen deutlichen Anstieg der Bestellungen in der Metall- und Elektroindustrie. Doch dieser Effekt relativiert sich laut Verband schnell: Ohne die überwiegend staatlich finanzierten Rüstungsaufträge bleibe die Auftragslage weiterhin schwach.

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