Österreich bleibt bei der Eishockey-WM in Zürich auf Siegeskurs: Nach dem 5:2 gegen Großbritannien rangen Dominic Zwerger und Co. am Sonntag vor 7668 Zuschauern Ungarn mit 4:2 nieder, haben damit den Klassenerhalt in der Tasche. Doch es kommt noch besser: Österreich lacht in der Gruppe A nach dem zweiten Sieg vor Finnland und der Schweiz von der Tabellenspitze – ein perfekter Auftakt!
„Never change a Winning Team“ – Roger Bader blieb nach dem 5:2-Startsieg gegen Großbritannien nahezu treu, wartete wie erwartet nur im Tor mit einem neuen Gesicht auf: Atte Tolvanen löste David Kickert ab, sah wie seine Vorderleute sofort gut ins Spiel und zu ersten Chancen fanden: Wie etwa Paul Huber, der im Angriffsdrittel die Scheibe eroberte, mit seinem Abschluss nach 40 Sekunden kein Glück hatte. Oder Wallner, der nach Kolarik-Zuspiel vor dem Tor nicht entscheidend genug an den Puck kam (3.).
Das erste Powerplay im Spiel nutzte dann das ÖEHV-Team zur Führung: Nach 49 Sekunden im Überzahl stand Vinzenz Rohrer goldrichtig, bugsierte nach Unterwegers-Schuss und nur kurzer Abwehr von Ungarns Goalie Balizs die Scheibe aus kurzer Distanz ins Netz (6.). Eine Führung, die Österreich aber nicht beflügelte, denn die Ungarn fanden in der Folge besser ins Spiel. Nutzten zum Glück ihre Chancen nicht – wie Stipsicz, der daneben zielte (10.).
Auch den Magyaren spielte das erste Powerplay in die Karten: Während Rebernig in der Kühlbox hockte, verfehlte zunächst ein Papp-Schuss sein Ziel (11.), Sofron machte es kurz darauf besser – unter Mithilfe von Tolvanen: Denn Österreichs Schlussmann konnte dessen haltbaren Schuss nicht bändigen sodass der Puck am Ende nach 1:14 Minuten des Überzahl-Spiels ins Tor kollerte.
Es folgte ein offener Schlagabtausch: Tolvanen parierte gegen Bartalis, auf der Gegenseite fehlte Österreich im Angriff die letzte Entschlossenheit – wie Harnisch, der verzögerte anstatt abzuschließen (14.). Im Endspurt des Startdrittels nahm das Bader-Team wieder mehr Fahrt auf, Thaler prüfte nach Zuspiel von Paul Huber Balizs, der auch die Versuche von Zwerger (17.) und Unterweger (18.) entschärfte.
Die ersten Abschlüsse im Mitteldrittel verzeichnete Ungarn, Tolvanen klärte gegen Sarpatki (24.). Österreich blieb sechs Minuten lang ohne Torschuss, ließ zwei Überzahl-Spiele ungenutzt verstreichen. Ungarn hatte in einem chancenarmen Mitteldrittel die besseren Chancen, bei Ortenszkys Abschluss fehlten nur wenige Zentimenter (33.).
Doch in Summe tat sich in beiden Angriffsdritteln wenig, acht Torschüsse in 15 Minuten waren eine wahrlich magere Ausbeute. Gute Möglichkeiten wie jene von Nissner, der mit seinem Abschluss aus der Drehung scheiterte, waren Mangelware (37.). So richtig Dampf machte das ÖEHV-Team im vierten Powerplay, Schneider kam zu gleich drei Chancen, ein Tor wollte dem Kapitän nicht gelingen.
Im Finish nahmen beide Offensivreihen wieder Schwung auf, Nissner scheiterte mit seinem Abschluss knapp (45.). Ehe sich das Blatt zu Gunsten von Rot-Weiß-Rot wendete. Denn das fünfte Überzahlspiel – Hari musste nach einem Foul an Goalie Tolvanen auf die Bank – nutzte Österreich zum so wichtigen 2:1: Zwerger traf nach Zuspiel von Schneider ins kurze Kreuzeck, Rohrer hatte Goalie Bailzs geschickt die Sicht verstellt (47.).
Nun blieben Zwerger und Co. am Drücker, erhöhten 44 Sekunden später auf 3:1: Ungarns Verteidiger Kiss lenkte den Schuss von Nickl ins eigene Tor ab (48.). Rebernig hatte sogar das 4:1 am Schläger, traf die Stange (51.). Ehe es nochmals spannend wurde: Thaler musste wegen Beinstellens, Biber unmittelbar darauf wegen Spielverzögerung auf die Strafbank – Ungarn kam so 1:55 Minuten lang zu einem 5:3-Powerplay.
Dieses nutzen sie in einem extrem druckvollen Überzahlspiel nach 51 Sekunden zum 3:2, Vincze schoss wuchtig ein (54.). Die folgende 4-5-Unterzahl überstand Österreich unbeschadet, Schneider hatte im Endspurt das 4:2 am Schläger, scheiterte an Balizs (58.). 107 Seknden vor dem Ende nahm Ungarn den Goalie vom Eis, drückte vehement auf den Ausgleich. Doch am Ende schlug Thimo Nickl zu, traf mit seinem zweiten Treffer zwei Sekunden vor Ende zum 4:2 ins leere Tor – und schoss Österreich zugleich auf Platz eins der Gruppe A.
Österreich – Ungarn 4:2 (1:1, 0:0 3:1)
Tore: 1:0 (6./PP) Rohrer, 1:1 (12./PP) Sofron, 2:1 (47.) Zwerger, 3:1 (48.) Nickl, 3:2 (54./PP) Vincze, 4:2 (60./EN) Nickl.
Österreich: Tolvanen; Wolf, Unterweger; Nickl, Biber; Hackl, Maier; Stapelfeldt, Schnetzer; Schneider, Nissner, Zwerger; Thaler, Rohrer, P. Huber; Schwinger, M. Huber, Rebernig; Harnisch, Wallner, Kolarik.
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